Der Sprung in die Freiheit


»Die allermeisten meiner Artgenossen landen in der Wursttheke der Menschen. Ich hatte von den Qualen im Schlachthof gehört und mir war klar: Dieses Schicksal will ich nicht erleiden. Ich nahm also mein Leben in die Hand – und sprang! Vom Anhänger, der mich und meine Freunde zum Schlachthof bringen sollte, hinaus in die Freiheit. In meinem Fall war das zunächst die Kemptener Bleicherstraße. Da die Tageszeitung sofort über den mutigen Sprung berichtete (er erforderte einiges artistische Können), wurden Tierfreunde auf mich aufmerksam und vermittelten mich an die Gabriele-Stiftung auf das friedvolle Land. Ich wurde freigekauft, und mit mir meine Mutter Lene. Später konnte auch noch mein jüngerer Bruder Nuka gerettet werden.

Und zu guter Letzt: Mein Sprung hat nicht nur uns dreien das Leben gerettet, sondern auch meinen beiden Töchtern, Isna und Ira, die vor einigen Tagen zur Welt gekommen sind. Ich trug sie schon damals in meinem Bauch. Wäre ich nicht gesprungen, wären sie mit mir getötet und zerstückelt worden...

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