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3. Ausgabe Werden auch |
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Aktuelle Ausgabe 2/2009
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Tot - ausgelaugt: eine Agrarwüste |
Dieses für uns heute so selbstverständliche Nebeneinander von Wiesen und Wäldern gab es ursprünglich nicht. Als vor 12.000 Jahren die Eiszeit zu Ende ging und der Frostboden der Kältesteppe auftaute, sproß neue Vegetation. Die Ökologen vermuten, daß es "wohl nur ein paar Jahrtausende dauerte, bis so gut wie ganz Mitteleuropa ein geschlossenes Waldland war. Die Wälder zeigten zwar eine gebietsweise unterschiedliche Zusammensetzung, aber im wesentlichen stellten Eichen, Hain- und Rotbuchen den Hauptanteil der Baumarten"12 . So sah es noch vor 2000 Jahren aus.
Erst nach der Völkerwanderungszeit begannen die großen Rodungen, die Platz schafften für die Kulturlandschaft der nächsten 1000 Jahre, die Verbindung von Feldern und Wäldern und menschlichen Besiedelungen. Ein Drittel blieb Wald. Auf dem Rest entstanden Weiden, Wiesen und Äcker, Haine, Gewässer und Obstgärten, ein Gewebe von unterschiedlichen Lebensräumen, in denen eine Vielfalt von Pflanzen und Tieren ihre Heimstatt fand. Die Verschmelzung von Kultur und Natur in einer abwechslungsreichen Landschaft von Wiesen und Wäldern und dörflichen Besiedlungen wurde uns von Landschaftsmalern und Dichtern in prächtigen Farben überliefert. Getrübt war die Idylle freilich stets durch das Schlachtmesser des Menschen und die Jagd.
Am Ende des 18. Jahrhunderts waren die Wälder so übernutzt und kahlgeschlagen, daß eine Umweltkatastrophe drohte. Sollte das Land nicht versteppen, war der rasche Aufwuchs neuer Wälder unumgänglich. Das führte zu der modernen Forstwirtschaft, auf die das heutige Bild des Waldes zurückgeht. Rasch wachsende Baumarten, vor allem Fichten, sollten den Holzbedarf decken und den Böden und dem Wasserhaushalt Schutz bieten. Es gelang, ein knappes Drittel der mitteleuropäischen Landfläche wieder aufzuforsten. Doch die wildwüchsigen Wälder der Vorzeit waren jetzt zu den heutigen Monokulturen mit ihrem vergleichsweise eintönigen Erscheinungsbild geworden.
Einige Jahrzehnte lebten die in Reih und Glied stehenden Bäume noch mit dem Landschaftsmosaik auf Feld und Flur zusammen, das sich im Laufe von Jahrhunderten gebildet hatte. Ab Mitte des vorigen Jahrhunderts verschwand auch dieses. Wiesenblumen und Feldkräuter fielen dem Spritzkalender der Landwirte zum Opfer. Aus der kleinräumig gegliederten Kulturlandschaft wurden die Monokulturen der modernen Agrarindustrie, die mit Kunstdünger und immer perfekteren Maschinen den Böden das Letzte abpreßte und sie mehr und mehr auslaugte. Flurbereinigung und Bachbegradigung, Asphaltierung und Planierung sorgten für eine maschinengerechte Landschaft, in der die Lebensräume für die Tiere immer enger wurden.
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Hatte die Entwicklung der bäuerlichen Kulturlandschaft in tau-send Jahren zunächst eine unglaubliche Fülle von Pflanzen- und Tierarten in Europa versammelt, verloren diese nun mehr und mehr ihre Heimat. Das Mit- und Nebeneinander unterschiedlicher Biotope wurde abgelöst durch Reißbrettstrukturen, in denen Feldhasen und Mäuse, Rebhühner und Wachteln und viele andere keine Zuflucht mehr finden. Feldkräuter wurden zu "Unkräutern". Nur was Nutzen bringt, hatte noch Platz. Schweine und Rinder, Hühner und Gänse, die sich in der freien Natur ihres Lebens erfreuten, wanderten zum größten Teil in trostlose Massentierställe, die ganze Flutwellen von Gülle produzieren, mit denen die moderne Landwirtschaft die Felder vergiftet. Der Einsatz scharfer Dünge- und Pflanzenschutzmittel wird zum Tod des Artenreichtums. Viele Tiere verlieren ihre Futterpflanzen. Die roten Listen bedrohter Pflanzenarten werden immer länger - die Folgen der industriellen Landwirtschaft.
"Wo die Landwirtschaft regiert und die Forstwirtschaft die Waldstrukturen vereinheitlicht hat, geht es den allermeisten Arten schlecht. Mehr als zwei Drittel aller gegenwärtig in ihren Beständen rückläufigen oder stark gefährdeten Arten Deutschlands sind von den Entwicklungen in der Landwirtschaft betroffen ... Doch nicht nur bunte Blumen und gaukelnde Falter, die Lieder der Lerchen, die Rebhühner und Hasen sind Opfer der Landwirtschaft geworden. Die Landwirtschaft müßte längst als der bedeutendste Umweltbelaster eingestuft werden, denn ihre Auswirkungen bedrohen über das Grundwasser unser Trinkwasser, und die Vereinheitlichung der Produktionsflächen hat viel vom landschaftlichen Reiz und von der Schönheit der Kulturlandschaft genommen. Das trifft ganz unmittelbar die Menschenwelt - unsere Umwelt."13
Soweit die Feststellungen eines Ökologen, der sich genötigt sieht, um des Menschen willen für mehr Rücksichtnahme auf die Tiere zu werben. Die Internationale Gabriele-Stiftung handelt unmittelbar um der Tiere willen und schafft für sie Lebensräume, die ihnen der Mensch weggenommen hat.
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