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Der göttliche Odem strömt auch durch Natur und TiereNoch nie hat der Mensch so vielen Tieren so viel Leid zugefügt wie in unseren Tagen:
- In Massentierställen ohne Tageslicht führen die Opfer der modernen Fleischindustrie auf engstem Raum ein elendes Dasein. Aus Angst und Aggression verstümmeln sie sich gegenseitig. Schweine beißen einander Ohren und Schwänze ab, Hühner rupfen sich gegenseitig die Federn aus und hacken einander blutig; Legehennen vegetieren dahin in Käfigen, deren Böden kleiner sind als ein DIN A 4-Blatt. Um die Aggressionen der Tiere in den Griff zu bekommen, brennt man Hühnern die Schnäbel ab, bricht man Schweinen die Zähne aus und schneidet Hähnen Zehenglieder ab. Man mutet den Tieren Lebensbedingungen zu, die sie buchstäblich verrückt machen und den ständigen Einsatz von Psychopharmaka und Antibiotika erfordern. Ein Drittel der Opfer wird dennoch krank und stirbt noch im Stall.
- Nach der Folter im Massentierstall folgt der qualvolle Weg zu den Schlachthöfen. Wir alle kennen die furchtbaren Bilder: zusammengepferchte Rinder, Schafe, Pferde, Schweine, Geflügeltiere, durstig, zu Tode erschöpft, schwer verletzt, sterbend oder schon tot auf Lastwagen und Schiffen. Die lebende Ware wird beim Transport erbarmungslos geschunden, durch Hitze und Durst, Kälte und Hunger, durch die Angst in der ungewohnten Umgebung, durch Stockschläge und elektrische Stromstöße. Wer nicht mehr auf die Beine kommt, wird notfalls per Gabelstapler und per Seilwinde an Bord der Schiffe geworfen. Viele Tiere kommen mit Knochenbrüchen, Augenverletzungen und Blutergüssen am Zielort an.
- Im Schlachthof wartet dann die Abschlußqual. Das Geflügel wird lebend an den Beinen mit dem Kopf nach unten an Fließbändern aufgehängt und durch ein elektrisch geladenes Wasserbad gezogen, um die Tiere vor der Schlachtung zu betäuben. Bei Rindern und Schweinen soll die Betäubung mit Elektrozangen oder CO2 stattfinden. Nicht selten mißlingt sie; die Tiere wachen wieder auf und werden bei vollem Bewußtsein geschlachtet und entblutet. Unbeschreibliche Angst erfaßt die Opfer, wenn sie durch die schmalen Gänge zur Betäubung und Schlachtung getrieben werden. Sie stocken immer wieder und schreien, doch die Nachkommenden, ihrerseits vorwärtsgetrieben, drängen nach. Erneutes Schreien vor der Betäubungsstation. Die Schlächter tragen Ohrenschützer. - Tiere, die wir nicht verspeisen, unterziehen wir speziellen Torturen in den Labors der Wissenschaft. Man macht sie krank, um Medikamente zu testen; man operiert, transplantiert und amputiert, man injiziert Gift direkt in die Bauchhöhle oder in die Lunge oder durchstößt die Schädel und Gehirne mit Metallstäben. Durch solche Foltern will man z.B. die Wirkung von Giften und die Reaktionen auf Schmerzen testen, weshalb sich die Tiere zum Teil bei vollem Bewußtsein stunden- und tagelang in Krämpfen winden müssen. Weltweit werden pro Jahr 300 Millionen Tiere durch Versuche getötet: Mäuse, Ratten, Vögel, Fische, Kaninchen, Affen, Hunde, Katzen und Schafe bis hin zu Rindern und Pferden.
- Und um keinen Bereich des Tierlebens auszusparen, bringen jährlich 300.000 Jäger allein in Deutschland 5 Millionen Tiere in freier Wildbahn um - mit Fallen, von bequemen Hochständen aus, durch Schrotschüsse, die den Hasen Haut und Nerven schmerzhaft durchsieben, durch Deformationsgeschosse, die Wildschweinen, Rehen und Hirschen die Gedärme aufreißen und sie stundenlangen Qualen ausliefern. Der Mensch watet im Blut seiner Mitgeschöpfe, um seine Gier nach Fleisch und - bei der Jagd - seine Lust am Töten zu befriedigen. Die meisten Menschen denken sich nichts dabei, denn Tiere seien schließlich dazu da, um von uns getötet und verspeist zu werden. So will es die Tradition, die uns daran hindert, zu erkennen, welch monströses Terrorregime der Empörkömmling Mensch auf dieser Erde ausübt - gegenüber nahen Verwandten der Evolutionsgeschichte des Lebens, Verwandten, die Augen haben, mit denen sie uns ansehen, die Freude und Schmerz empfinden und unter unsäglicher Angst gejagt und getötet werden. Wenn wir nicht unser Gewissen abgetötet hätten, würden wir spüren, daß es sich um ein kollektives Verbrechen von kosmischen Ausmaßen handelt, das für die Entwicklung der Menschheit nicht ohne Folgen bleiben wird, wenn sie sich davon nicht löst. |
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