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Vor dem Schlächter gerettet: Weidetiere finden eine neue Heimat



Das Land des Friedens, mit seinem riesigen Biotopverbund, seinen Hecken, Bauminseln, Feucht- und Steinbiotopen bietet nicht nur frei lebenden Tieren einen sicheren und gesunden Lebensraum.
Auch immer mehr Weidetiere, Schafe und Rinder verschiedenster Rassen, finden hier eine neue Heimat. Es sind Tiere, die aus großer Not gerettet wurden, z.B. vor dem Erfrieren oder aus völliger Verwahrlosung.

Die meisten der Wollschafe, Kamerun-Schafe, Hinterwälder-Kühe, Salers-Rinder oder Hochlandrinder wurden allerdings hauptsächlich aus einem Grund auf das Friedensland gerettet: Um sie vor dem Tod durch den Schlächter zu bewahren. In einer Gesellschaft, in der Tiere zu Produktionsfaktoren degradiert wurden, zu seelenlosen Geschöpfen, zu „Lebensmitteln“, retten Urchristen diese Tiere vor dem grausamen Tod und ermöglichen ihnen ein Leben in Freiheit, das ihrer würdig ist.
So wurden schon viele, viele Weidetiere freigekauft und leben nun in Kleingruppen und Großfamilien auf dem Land des Friedens. Die geretteten Tiere erfahren dabei nicht nur das Wohlwollen und die Freundschaft ihrer Betreuer - die alle Vegetarier sind -, sie erhalten auch ein angemessenes Obdach und hochwertige Nahrung, sowie medizinische Betreuung und ausreichend Weidefläche. Jede Schaf- oder Rinderherde hat Unterstände auf den Weiden und freien Zugang zu Waldgebieten, so daß die Tiere im heißen Sommer den Schatten aufsuchen können oder an eisigen Wintertagen Schutz vor der Kälte finden. Zum Teil haben auch Tiere unterschiedlicher Art, wie z.B. Urrinder und Wollschafe, gemeinsame Weideflächen. Sie freunden sich mehr und mehr an, und geben dem Menschen ein Beispiel für friedvolles Zusammenleben.

Einige der vierbeinigen Bewohner auf dem  Land des Friedens möchten wir Ihnen gerne einmal vorstellen:


Die Urrind-Familie Maese


Die Familie Maese wurde gerettet, kurz bevor sie geschlachtet werden sollte. Sie bestand damals aus dem mächtigen Stier Maese, den Kühen Rine und Rika und aus einem neu geborenen Kälbchen, Chasry. Chasrys Mutter hatte ein entzündetes Euter, das zudem so groß war, daß Chasry gar nicht daran trinken konnte. Das Neugeborene wurde von Stunde zu Stunde schwächer. „Die letzten Kälbchen sind auch gestorben“, sagte der Vorbesitzer dazu und machte keine Anstalten, dem Kleinen zu helfen. Die Tierfreunde der Internationalen Gabriele-Stiftung überlegten nicht lange. Sie kauften die ganze Urrind-Familie frei und begannen sofort, die kleine Chasry mit der Flasche zu füttern. Sie überlebte. Nach und nach kamen bei Maeses noch weitere Kinder zur Welt: Chaan, Kerbelan, Karatmatu, Yarschka, Yoerg und Chapien. Mittlerweile hat Chasry auch selbst ein Kälbchen geboren: Charamatu, mit einem wunderschönen, hellen Fell. - Die Familie Maese ist ein Beispiel dafür, wie Tiere ihren Charakter verändern, wenn sie Menschen begegnen, die nicht auf ihren Tod hinarbeiten, sondern es gut mit ihnen meinen. Der Stier Maese, der einen Menschen mit einem Kopfstreich hinwegfegen könnte, ist besonders liebevoll, feinfühlig und besonnen. Er läßt sich von seinen Betreuern streicheln und mit Apfelstücken verwöhnen, beschützt seine Kinder auf fürsorgliche Art und Weise und gibt acht, daß alles seine Ordnung hat.

 


Die Hinterwälder-Kühe und andere


Eine andere Großfamilie ist die Gruppe der Hinterwälder-Kühe, zu der im Laufe der Zeit noch einige andere Rassen hinzugestoßen sind: Fleckvieh und Blonde d’Aquitaine – alles Tiere, die aus unwürdigen Umständen oder vor dem Tod durch das Schlachtermesser gerettet werden konnten. Unter ihnen ist auch Lena, eine prominente Kuh, die im süddeutschen Raum Schlagzeilen machte: Sie war von einem fahrenden Transporter gesprungen, der sie zum Schlachthof bringen sollte. Weil sie mit ihrem mutigen Sprung in die Zeitung kam, wurden die Tierfreunde der Internationalen Gabriele-Stiftung auf sie aufmerksam und kauften sie, ihre Mutter und ihren Sohn frei. Was damals keiner wußte: Beim Sprung vom Transporter waren noch zwei mit dabei: Ira und Isna, zwei ungeborene Kälbchen, die einige Wochen nach der Ankunft auf dem Land des Friedens zur Welt kamen. So hatte Lena nicht nur sich selbst, sondern auch ihren beiden Töchtern das Leben gerettet.

 

Die Salers-Rinder


Sie haben ein wunderschönes, rotbraunes Fell und ungeheure Kräfte: Die Salers-Rinder. Auch sie wurden vor dem Schlächter gerettet. Zwischen ihrer Weide und der Weide der Hinterwälder liegt ein kleines Waldstück, in das die Tiere freien Zugang haben. Oft kommen die Hinterwälder zu den Salers-Rindern zu Besuch und umgekehrt. Oder sie treffen sich um die Mittagszeit im Wald, um ein Schläfchen zu halten. Es kam auch schon vor, daß ein kleines Salers-Mädchen bei seiner Freundin von den Hinterwälder-Kühen übernachtet hat, und erst am nächsten Tag zu „seiner“ Herde zu rückgekehrt ist...

 


103 Schafe auf einmal gerettet


Auch sie waren dem Schlächter versprochen: 103 Schafe, die meisten hatten noch nicht das Erwachsenenalter erreicht. Sie sollten zu Ostern als „Festtagsbraten“ enden. In einer außergewöhnlichen Rettungsaktion wurden mit der Hilfe vieler Tierfreunde alle 60 Lämmchen und ihre Mütter freigekauft und auf das Friedensland gebracht. Kurz nach der Ankunft der großen Schafherde kam noch ein weiteres Lämmchen zur Welt, und dann noch eins und noch eins ... Sie alle wären im Leib ihrer Mütter mitgeschlachtet worden, hätte die Herde nicht freigekauft werden können. Heute springt eine muntere Schar quicklebendiger Schafe über das Weideland - und freut sich über ihr neues Leben ohne Angst, in Frieden und Freiheit.


Eine Herde Mufflon-Schafe


Sie kamen aus erbärmlichen Verhältnissen: Ihr Aufenthaltsort glich einer Müllhalde – überall Schrott und Abfall. Eine Tierfreundin wurde auf die völlig verwahrlosten Tiere aufmerksam und nahm Kontakt zur Internationalen Gabriele-Stiftung auf. Und die Rettung gelang: Nach einigen Gesprächen und Verhandlungen wurde die Herde freigekauft, und die Schafe durften auf das Land des Friedens übersiedeln. Als die Tierbetreuer die neuen Bewohner näher betrachteten, bot sich ihnen ein schreckliches Bild: Viele Schafe konnten kaum gehen, da ihre Klauen völlig verwachsen waren. Andere hatten mit einer Augenerkrankung zu kämpfen. So kamen die Neuen zuerst einmal in eine separate Unterkunft, wurden tierärztlich betreut und täglich behandelt. Sie waren zu Beginn sehr scheu und Menschen gegenüber skeptisch. So bald ein Zweibeiner in die Nähe kam, rückten sie sofort eng zusammen. Heute ist von dieser anfänglichen Scheu keine Spur mehr: Die Tiere haben Vertrauen in ihre Betreuer gefaßt. Sie sind gesund und kräftig, und mittlerweile hüpft schon die nächste Mufflon-Schaf-Generation munter über die Wiese. Denn Mufflon-Schafe sind richtige Springschafe. Sie bewegen sich grazil wie Rehe und können mühelos über meterhohe Hindernisse springen. Zum Glück haben sie auf den großen Weiden viel, viel Platz für ihre artistischen Sprünge ...

 


Kamerun-Schafe


Kamerun-Schafe haben im Vergleich zu den flauschigen Wollschafen ein kurzes Fell und noch einen natürlichen Fellwechsel von Sommer- und Winterfell. Die Kamerun-Böcke bekommen stattliche Hörner, die zum Kräftemessen eingesetzt werden oder dazu dienen, den Menschen mit einem freundschaftlichen Stupser begreiflich zu machen, daß jetzt noch ein Schmankerl in Form von Apfelchips oder etwas ähnlichem angebracht wäre ... Auf dem Land des Friedens leben mittlerweile einige Herden dieser edlen und lebensfreudigen Tiere.

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Rettungsaktionen und Tiergeschichten

Weitere Rettungsaktionen und Aktuelles vom Land des Friedens können Sie erfahren unter: Aktuelles, Tiergeschichten

 

 

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