Lebensräume im Biotopverbund
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Das Leben kehrt zurück!
Ein Biotop ist die kleinste räumliche Einheit in der Landschaftsökologie. Von seiner Wortbedeutung her bedeutet “Biotop” soviel wie „Ort des Lebens”.
In unserer zivilisierten Welt sind durch Flächenversiegelung, Industrialisierung und intensive Landwirtschaft diese Lebensräume für Pflanzen und Tiere mehr und mehr verloren gegangen. Der Artenrückgang schreitet unaufhaltsam voran, die Liste der bedrohten Arten wächst und wächst. Dabei spielt zunehmend nicht nur der flächenmäßige Verlust an Lebensräumen eine Rolle, sondern auch die Isolierung einzelner Biotope. Tiere werden auf kleinste Inseln zurückgedrängt, Möglichkeiten für Nahrungssuche, Fortpflanzung oder Überwinterung sind begrenzt. Daher wurden mit der Novellierung des Bundesnaturschutzgesetzes 2002 die Länder verpflichtet, „ein Netz verbundener Biotope zu schaffen, das mindestens zehn Prozent ihrer Fläche umfassen soll” (BNatSchG, §3).
Auf dem Land des Friedens, das die Internationale Gabriele-Stiftung ins Leben gerufen hat, ist diese Forderung des Bundesnaturschutzgesetzes bereits Wirklichkeit: Ein groß angelegter Biotopverbund aus Hecken, Waldstücken, Feucht- und Steinbiotopen ist entstanden - und das Leben kehrt zurück!
Baum- und Benjeshecken
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Kaum wird aus trockenem Geäst eine Benjeshecke angelegt, um in deren Schutz junge Bäume und Büsche anzupflanzen, sitzen am nächsten Tag schon die Vögel auf den Ästchen. Und nicht nur sie freuen sich über jede neu gepflanzte Hecke: Hasen, Igel, Dachse, Füchse, unzählige Insektenarten, Schmetterlinge, Käfer, Bienen - sie alle finden in den Hecken Lebensraum, Schutz und Nahrung. Entlang der Hecke können auch noch scheue Tiere wie z.B. Rehe Wiesenstücke gut geschützt überqueren und von einem Waldgebiet ins andere wechseln. So verbinden die Hecken verschiedenste Lebensräume und erfüllen eine wichtige Aufgabe im Biotopverbund.
Feuchtbiotope
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In den letzten fünf Jahrzehnten sind ca. 70 - 80 % der Stillgewässer verschwunden - mit fatalen Folgen: Viele Libellen- und Amphibienarten sind vom Aussterben bedroht. Frei lebende Tiere wie Rehe oder Vögel müssen oft lange Strecken zurücklegen, um ihren Durst zu stillen. Die angelegten Feuchtbiotope auf dem Land des Friedens sind somit ein wahrer Segen für die Tiere. Wildenten, Vögel, Insekten und Amphibien haben wieder einen Platz zum Leben - und wer sich in der warmen Jahreszeit am Rande eines Feuchtbiotops auf einer Ruhebank niederlässt, wird sich am Schwirren der Libellen, am Quaken der Frösche und an den fröhlich schnatternden Entenküken erfreuen können.
Steinbiotope
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Steinbiotope sind die Sonnenterasse von Eidechsen und Schmetterlingen. Auch Kleinsäuger wie Mäuse oder Wiesel lieben die aufgehäuften Steine mit ihren vielen Verstecken und Nischen. In diesen Hohlräumen finden Tiere auch in der kalten Jahreszeit frostfreien Unterschlupf. Z.B. haben sich die Frösche und Kröten hier ihr Winterquartier eingerichtet. Für die Steinbiotope auf dem Land des Friedens wird Gestein verwendet, das in dieser Gegend ganz natürlich vorkommt: Muschelkalk.
Sukzessionsflächen
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Die Sukzessionsflächen auf dem Land des Friedens sind völlig sich selbst überlassen: Es wird nicht gesät, nicht gemäht, nicht gewässert. So siedeln sich nach und nach diejenigen Gräser und Stauden an, die den jeweiligen Standort besonders schätzen. Mit den Jahren wachsen höhere Stauden - das Gebiet verbuscht und wird zum „Vorwald“. Ganz allmählich verwandelt sich schließlich dieser Vorwald in einen Wald: Ahorn, Eiche und Buche siedeln sich an. Über Sukzessionsflächen freuen sich sehr viele Tierre: Unzählige Insekten tummeln sich, Vögel finden in den Gräsern und Büschen reichlich Samen, Feldhasen haben ihren Lebensraum und Eichhörnchen vergraben hier ihre Wintervorräte.
Waldgebiete
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Der Wald ist ein Rückzugsgebiet für die vielen Tiere, die auch in den Hecken des Biotopverbunds zu Hause sind: Igel, Marder, Dachse, Hasen, Wildschweine und Rehe. Und die Vögel lieben es, gemeinsam in den Baumwipfeln ein Konzert anzustimmen. Auf dem Land des Friedens sind in den Waldstücken überall Futterstellen und Nistkästen für die Vögel angebracht - so ist genug Nahrung für alle da.
Ackerrand- und Blumenstreifen
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Entlang jeder Hecke im Biotopverbund verläuft ein Krautstreifen mit Blumen und Gräsern, teilweise eigens eingesät, um die Insektenvielfalt zu fördern. Hier tummeln sich viele Wildbienenarten, die unterschiedlichsten Käfer und Schmetterlinge. Diese Tierlein vermehren nicht nur die Artenvielfalt, sondern halten auch die Schädlinge der Äcker in Schach. Besonders beliebt sind diese Ackerrand- und Blumenstreifen auch bei Bodenbrütern wie z.B. Feldlerchen. Hier können sie geschützt von allerlei Kräutern, Gräsern und Blumen ihre Jungen aufziehen.
Feldgehölze
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Die Feldgehölze, in der Nähe der Hecken gelegen, sind jetzt schon wenige Jahre nach der Pflanzung kleine Wäldchen, in denen frei lebende Tiere Schutz und Unterschlupf finden. Auf dem Land des Friedens bestehen diese Anpflanzungen aus einer großen Vielfalt an Bäumen und Büschen, die wiederum eine Vielfalt an kleinen und kleinsten Besuchern beherbergen: Linde, Kirsche, Eiche, Heinbuche, Esche, Eberesche, Weißdorn wurden gepflanzt, kombiniert mit einer schützenden Strauchschicht aus Schlehe, Holunder, Wildrosen, Sanddorn oder Haselnuss. Hier sieht man viele Eichhörnchen und auch Waldvögel wie Kleiber, Baumläufer, Turteltauben oder Türkentauben...
Bracheflächen
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Die Bracheflächen im Friedfertigen Landbau sind auf dem Land des Friedens wichtiger Bestandteil des Biotopverbunds. Die Felder, die zwischen Hecken gelegen sind, haben jedes dritte Jahr ein Brachejahr, um zu regenerieren. Zum Teil werden Kräutermischungen mit Klee, Senf, Phacelia, Wicken und Erbsen gesät, die den Boden aufbereiten. In diesen oft farbenfrohen Flächen summen im Sommer unzählige Bienen. Schmetterlinge wie der Schwalbenschwanz, der Schachbrettfalter und etliche Bläulinge tanzen darüber, und Vögel picken ihre Lieblingssamen heraus.
Schützt das Land des Friedens zwischen Mensch, Natur und Tieren
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... bei Vögeln, Schmetterlingen und Fledermäusen.
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Info-Broschüre, 5. Ausgabe
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