Internationale Gabriele-Stiftung für alle Kulturen weltweit - Das Saamlinische Werk der Nächstenliebe für Mensch, Natur und Tiere

Benefiz-Konzert zum Erntedank 02.10.2010



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Die Tiere klagen - »Der Prophet« klagt an!

                Denn ich habe euren Vätern, als ich sie
                aus Ägypten herausführte, nichts gesagt
                und nichts befohlen, was Brandopfer
                und Schlachtopfer betrifft.
                Vielmehr gab ich ihnen folgendes Gebot:
                Hört auf meine Stimme, dann will ich
                euer Gott sein, und ihr sollt mein Volk sein.
                Geht in allem den Weg, den ich euch befehle,
                damit es euch gut geht.
                Sie aber hörten nicht und
                neigten mir ihr Ohr nicht zu, sondern
                folgten den Eingebungen und Trieben
                ihres bösen Herzens.
                Sie zeigten mir den Rücken und nicht
                das Gesicht.

                Von dem Tag an, als eure Väter aus Ägypten
                auszogen, bis auf den heutigen Tag
                sandte ich zu euch immer wieder
                alle meine Knechte, die Propheten.
                Aber man hörte nicht auf mich und
                neigte mir nicht das Ohr zu,
                vielmehr blieben sie hartnäckig und
                trieben es noch schlimmer als ihre Väter.

                                                                              (Jeremia 7, 22-28)

 

„Ich, der Herr, wandle mich nicht ..." (Maleachi 3,6)

„Das Leben in Gott schließt nicht nur den Nächsten mit ein,
sondern auch alle anderen Lebensformen wie Tiere, Pflanzen,
Mineralien und Steine, denn alles Sein trägt das Leben, Gott."
(Das ist Mein Wort, S. 811)

Inhalt

Vorbemerkung

Wer in der Überschrift dieser neuen Ausgabe von „Der Prophet" das zweiteilige Thema liest, wird sich eventuell fragen: Was hat die Frage „Zwei Götter oder ein wandelbarer Gott?" mit dem zu tun, was Tiere in unserer Zeit erdulden müssen? Liegen die beiden Aspekte des Themas nicht auf gänzlich unterschiedlichen Ebenen?
Doch wer den Ursachen für das Leiden der mißachteten, geknechteten, zum Gebrauchs- und Verbrauchsgegenstand herabgewürdigten Tiere nachgeht, wird unweigerlich auf Wurzeln stoßen, die in der Religionsausübung alter Zeiten begründet sind, im Alten Testament. Der Begriff „Religionsausübung" gibt hier schon zu denken. Denn Religion ist der Bereich der Verbindung zu Gott und dem Göttlichen. Daß diese von den verantwortlich „Ausübenden" jener Zeit angestrebt und erreicht wurde, muß jedoch bezweifelt werden.

In dem, was Sie nachfolgend lesen, spricht, obwohl es dieses Mal kein Dialog mit einem Zeitgenossen ist, letztlich nicht nur der Prophet, sondern es sprechen viele Fakten, viele Zeugnisse im Wort und auch im Bild. Sie sprechen zu uns - und wer Ohren hat zu hören, der höre. Sie geben zu denken - und wer seinen Verstand gebraucht, dem kann ein Licht aufgehen. Sie stellen Fragen an uns - und wer ein Herz hat, das noch empfindet, der fühlt die Botschaft. Was er dann mit dieser Botschaft anfängt und ob er dieser eine Entscheidung samt Tat folgen läßt, bleibt jedem einzelnen überlassen.

Gottes Wort vorgestern, gestern und heute - Wahrheit oder nicht? Gott rehabilitiert Mose durch weitere Propheten

Seit Jesus von Nazareth sind 2000 Jahre vergangen. Der Sohn Gottes kam zu uns als Mensch, als der Menschensohn, um uns die Botschaft Gottes, Seines Vaters, der auch unser Vater ist, zu bringen. Die Botschaft, die uns Jesus von Gott, Seinem und unserem Vater, brachte, ist die Liebe.
Der Weg zur Liebe beginnt mit der Versöhnung unter den Menschen und zwischen den Menschen und den Tieren und der Erde. Einzig auf diesem Weg findet der Mensch in die Einheit mit Gott und Seiner gesamten Schöpfung einschließlich des Alls.
Gott ist die Liebe. Sein unendliches Wesen ist also Liebe. Jesus sprach zu den Menschen, daß Sein Vater und Er, Jesus, der Christus, eins sind. Damit wollte Jesus den Menschen sagen, daß Seine Botschaft die Wahrheit ist, die aus den Himmeln kommt, von Gott, Seinem Vater, der auch der Vater aller Menschen ist. Jesus setzte keine Distanz zwischen die Menschen und sich, sondern Er stellte sie als Söhne und Töchter Gottes sich gleich, denn Er sprach sinngemäß: Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist. (Mt 5, 48) Und Er gab uns das Gebet, das mit der Anrede beginnt: Vater unser, der Du bist im Himmel ... bzw. Unser Vater im Himmel ...

Kirchenlehre in der Sackgasse

Die Frage im Titel dieser Ausgabe von Der Prophet, welche lautet: „Zwei Weltall-Götter, der Gott des Mose und der Gott des Jesus - oder der Eine wandelbare Gott?" ist im Grunde bereits beantwortet. Beim Propheten Maleachi sagt Gott es selbst deutlich: Ich, der Herr, wandle mich nicht ... (Mal 3, 6)
Daraus folgt, bereits nach dem, was bisher gesagt wurde, daß die sinngemäße Aussage der Kirche: Die Bibel ist in allen Teilen das direkte, wahre Wort Gottes ... falsch sein muß.
In den folgenden umfangreichen Ausführungen leuchtet nun das Licht der Wahrheit - gleichsam wie durch verschiedene Facetten eines geschliffenen Kristalls - in das undurchsichtige Gemisch von Wahrheit und Lüge hinein, das in vielen Köpfen Verwirrung gestiftet, in unzähligen Herzen Hoffnungslosigkeit, Verlorenheit und Verzweiflung ausgelöst und eine Entwicklung entscheidend mitbestimmt hat, die schließlich zu dem Druck- und Trugmechanismus führte, der sich „christliche Kirche" nennt.

Die Wahrheit wird euch befreien (Joh 8, 32), sprach Jesus von Nazareth. Gottes Wort war seit jeher das Licht der Wahrheit, das Er durch Lichtboten der Himmel den Menschen gab, damit sie frei werden konnten von ihren Belastungen, aus innerer und äußerer Knechtschaft, von Gebundenheit und Zwang. Seit jeher war der Gegenspieler Gottes der Feind der Wahrheit und des Guten. Er war und ist bestrebt, das Licht zu verdunkeln. Dazu war und ist ihm jedes Mittel recht, und der Mißbrauch des Namens Gottes und des Namens des Jesus, des Christus, erwies sich zu diesem Zweck als eines der raffiniertesten - wir würden heute sagen: psychologisch wirksamsten - Mittel, um die Herzen gläubiger, gottesfürchtiger Menschen zu vergiften, ihre Seelen zu binden und für Lug und Trug, für Ungöttliches, zugänglich zu machen. (Joh 8, 32), sprach Jesus von Nazareth. Gottes Wort war seit jeher das Licht der Wahrheit, das Er durch Lichtboten der Himmel den Menschen gab, damit sie frei werden konnten von ihren Belastungen, aus innerer und äußerer Knechtschaft, von Gebundenheit und Zwang. Seit jeher war der Gegenspieler Gottes der Feind der Wahrheit und des Guten. Er war und ist bestrebt, das Licht zu verdunkeln. Dazu war und ist ihm jedes Mittel recht, und der Mißbrauch des Namens Gottes und des Namens des Jesus, des Christus, erwies sich zu diesem Zweck als eines der raffiniertesten - wir würden heute sagen: psychologisch wirksamsten - Mittel, um die Herzen gläubiger, gottesfürchtiger Menschen zu vergiften, ihre Seelen zu binden und für Lug und Trug, für Ungöttliches, zugänglich zu machen. (Joh 8, 32), sprach Jesus von Nazareth. Gottes Wort war seit jeher das Licht der Wahrheit, das Er durch Lichtboten der Himmel den Menschen gab, damit sie frei werden konnten von ihren Belastungen, aus innerer und äußerer Knechtschaft, von Gebundenheit und Zwang. Seit jeher war der Gegenspieler Gottes der Feind der Wahrheit und des Guten. Er war und ist bestrebt, das Licht zu verdunkeln. Dazu war und ist ihm jedes Mittel recht, und der Mißbrauch des Namens Gottes und des Namens des Jesus, des Christus, erwies sich zu diesem Zweck als eines der raffiniertesten - wir würden heute sagen: psychologisch wirksamsten - Mittel, um die Herzen gläubiger, gottesfürchtiger Menschen zu vergiften, ihre Seelen zu binden und für Lug und Trug, für Ungöttliches, zugänglich zu machen. (Joh 8, 32), sprach Jesus von Nazareth. Gottes Wort war seit jeher das Licht der Wahrheit, das Er durch Lichtboten der Himmel den Menschen gab, damit sie frei werden konnten von ihren Belastungen, aus innerer und äußerer Knechtschaft, von Gebundenheit und Zwang. Seit jeher war der Gegenspieler Gottes der Feind der Wahrheit und des Guten. Er war und ist bestrebt, das Licht zu verdunkeln. Dazu war und ist ihm jedes Mittel recht, und der Mißbrauch des Namens Gottes und des Namens des Jesus, des Christus, erwies sich zu diesem Zweck als eines der raffiniertesten - wir würden heute sagen: psychologisch wirksamsten - Mittel, um die Herzen gläubiger, gottesfürchtiger Menschen zu vergiften, ihre Seelen zu binden und für Lug und Trug, für Ungöttliches, zugänglich zu machen.

„Du sollst ..." – Gott achtet den freien Willen Seiner Kinder

Gott, die Wahrheit und das Licht, ist unwandelbar. Das lehrte Jesus, der Christus, immer wieder. Auch in den Zehn Geboten, die Gott durch den Propheten Mose den Menschen gab, erfahren wir den Gott, den Jesus, der Christus, uns nahebrachte und der von all dem, was der „Gott" in den „Büchern Mose" angeordnet haben soll, nichts sagte.

Jesus von Nazareth setzte sich für die Tiere ein. Zeugnisse in „Das ist Mein Wort"

Jesus machte auch keinen Unterschied zwischen Mensch und Tier, denn das Gebot lautete und lautet: Du sollst nicht töten; das ist eine allgemeine Aussage mit der Bedeutung: Wir sollen weder Menschen noch Tiere töten.
In Das ist Mein Wort lesen wir u.a., was Christus den Menschen Seiner Erdenzeit sagte und nahebrachte, auch bezüglich des Umgangs mit den Tieren.

Als Jesus von Nazareth sprach Ich zu vielen Menschen vom Gesetz des Lebens, so auch von den Tieren, die ähnlich wie die Menschen Schmerz, Leid und Freude empfinden. So, wie der Mensch nicht gegen, sondern für seinen Nächsten sein soll, so soll er auch für die Tiere sein und ihnen gegenüber Verantwortung tragen, da sie dem Menschen dienen.
Immer wieder lehrte Ich die Menschen, daß auch die Tiere Geschöpfe Gottes sind, die der Mensch nicht mißachten, sondern lieben soll. Wer sie schlägt und quält, der wird einst an seiner Seele und an seinem Leibe Gleiches oder Ähnliches erfahren. Denn was der Mensch seinen Mitmenschen und Mitgeschöpfen, den Tieren, antut, das tut er sich selbst an. (S. 433)
Die Bibel berichtet, daß Jesus bei der „Speisung der Fünftausend" der versammelten Menschenmenge außer Brot auch Fische zu essen gegeben habe. Bei Markus steht: Darauf nahm er die fünf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf, sprach den Lobpreis, brach die Brote und gab sie den Jüngern, damit sie sie an die Leute austeilten. Auch die zwei Fische ließ er unter allen verteilen. (Mk 6, 41)
Sind Fische nicht auch Tiere? könnte sich mancher fragen. In Das ist Mein Wort lesen wir, was wirklich geschah:

Meine Jünger brachten Mir Brote und Trauben zur Vermehrung An diesem Tage wurden Mir auch tote Fische zur Vermehrung gereicht. Als Ich diese tote Substanz in Meine Hände nahm, klärte Ich die Menschen auf, daß aus ihr das Kräftepotential des Vaters, die hohe Lebenskraft, weitgehend gewichen war und Ich nicht lebende Fische schaffe, damit sie wieder getötet werden.
Ich klärte die Menschen auf, daß das Leben in allen Lebensformen ist und der Mensch diese nicht mutwillig töten soll. Die Menschen, insbesondere die Kinder, schauten Mich traurig an. Sie konnten Mich nicht verstehen, denn sie lebten zum größten Teil von Fisch, Brot und wenig anderem. Da sprach Ich sinngemäß zu ihnen: Die Energien der Erde halten die toten Fische noch zusammen. So werde Ich euch aus des Vaters Geist keine lebenden Fische schenken, sondern aus der Energie der Erde euch Fische, die tot, also schwingungsarm, sind, erschaffen. Sie werden nie Leben tragen und können nicht getötet werden. Ich will euch zeigen, wie Lebendiges - Brot und Früchte - schmeckt, und im Vergleich dazu tote Nahrung.
Und Ich schuf für sie Fische aus den Energien der Erde, die wenig Geistsubstanz trugen. Ich gab ihnen die toten Fische und gebot ihnen, zugleich auch Brot und Früchte zu essen, damit sie den Unterschied erkennen zwischen lebender und toter Nahrung, zwischen hochschwingender und niedrigschwingender Kost.
Auf diese und ähnliche Weise belehrte Ich die Menschen. (S. 383-384)

Wir sehen, wie behutsam, verständnisvoll und einfühlsam Jesus auf Seine Mitmenschen einging und ihnen die Gesetze Gottes in der konkreten Situation anschaulich nahebrachte.
In Das ist Mein Wort gibt uns Christus auch die folgenden Hinweise:

Wer seinen Nächsten selbstlos liebt, der wird ihm weder Gewalt antun noch ihn töten. Und wer seinen Nächsten selbstlos liebt, der wird auch Tiere nicht mutwillig töten. Wer Mensch und Tier achtet, der hat auch keine kriegerischen Absichten, weil er Gottes Gesetze achtet, zu denen auch die Naturgesetze gehören. Wer sich bemüht, die Gesetze Gottes zu verwirklichen, der wird mehr und mehr von der Fleischnahrung Abstand nehmen und die Gaben der Erde dankbar annehmen - also jene Nahrung, die von Gott kommt für Seine Menschenkinder. (S. 479)

Christus setzte sich als Jesus für die Tiere ein, wo Er nur konnte. Daß darüber in der Bibel nichts zu finden ist, verwundert nicht, denn es lag nicht im Interesse der nachchristlichen Priesterschaft, das Volk im Sinne des Jesus von Nazareth zu belehren, sondern in ihrem Sinne, im Sinne der nach irdischer Allmacht strebenden Kirche. So wurde der Aspekt „Tiere" nicht in das Neue Testament der „Heiligen Schrift" aufgenommen, ebenso nicht das Gebot Jesu, von Fleischnahrung Abstand zu nehmen.

Lesen wir weiter in Das ist Mein Wort, wie Jesus auf das Leiden von Tieren reagierte:
1. Es geschah, daß der Herr aus der Stadt zog und mit Seinen Jüngern über das Gebirge ging. Und da kamen sie an einen Berg mit sehr steilen Wegen. Dort begegneten sie einem Mann mit einem Lasttier.
2. Das Pferd aber war zusammengebrochen, denn es war überlastet. Der Mann schlug es, bis das Blut floß. Und Jesus trat zu ihm hin und sprach: „Du Sohn der Grausamkeit, warum schlägst du dein Tier? Siehst du denn nicht, daß es für seine Last viel zu schwach ist, und weißt du nicht, daß es leidet?"
3. Der Mann aber erwiderte: „Was hast Du damit zu schaffen? Ich kann mein Tier schlagen, so viel es mir gefällt; denn es gehört mir, und ich kaufte es für eine schöne Summe Geldes. Frage die, die bei Dir sind, sie sind aus meiner Nachbarschaft und wissen es."
4. Und einige von den Jüngern antworteten und sagten: „Ja, Herr, es ist so, wie er sagt, wir waren dabei, als er das Pferd kaufte." Und der Herr erwiderte: „Sehet ihr denn nicht, wie es blutet, und höret ihr nicht, wie es stöhnt und jammert?" Sie aber antworteten und sagten: „Nein, Herr, wir hören nicht, daß es stöhnt und jammert!" ...
5. Und der Herr wurde traurig und sprach: „Wehe euch, der Stumpfheit eures Herzens wegen hört ihr nicht, wie es klagt und schreit zu seinem himmlischen Schöpfer um Erbarmen, und dreimal Wehe über den, gegen den es schreit und stöhnt in seiner Qual!" ...
6. Und Er schritt weiter und berührte das Pferd, und das Tier erhob sich, und seine Wunden waren geheilt. Aber zu dem Manne sprach Er: „Gehe nun deinen Weg und schlage es künftig nicht mehr, wenn auch du Erbarmen zu finden hoffest." (S. 206-212)

Jesus trug nicht nur die Menschen und Tiere in Seinem großen Herzen, sondern die gesamte Natur. Er war mit allen Schöpfungsformen verbunden, auch mit den Gestirnen und den Elementarkräften. Es ist überliefert, daß Er dem Sturm gebot und daß das Wasser Ihn trug, so daß Er darauf zu gehen vermochte. Wie Er Seine Brüder und Schwestern als Jesus unterwies, so unterweist Er uns heute, z.B. in Das ist Mein Wort:
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Achtet, schätzet und ehret die Schöpferkraft in allem Sein! Sehet: Alles, was ist an Kraft und Licht, trägt jeder Mensch im Innersten seiner Seele. Der geistige Leib im Menschen ist die Substanz allen Seins, weil Gott, der ewige Vater, jedem einzelnen Seiner Kinder alles gegeben hat als Essenz, als Erbe. In allen Lebensformen ist der ewige Geist, und Er strömt auch aus allen Lebensformen.
Wenn der Mensch bewußt zum Kinde Gottes geworden ist, dann dient ihm Gottes Allmacht durch alle Lebensformen, durch den Stein, das Holz, das Feuer und Wasser, durch Blumen, Gräser, Pflanzen und Tiere. Alle Gestirne dienen dem, der in Mir, dem Geiste der Wahrheit, lebt. Wenn die Schöpferkraft das Geschöpf zu durchdringen vermag, weil seine Seele licht- und kraftvoll ist, dann ist es wieder bewußt das Kind, der Sohn oder die Tochter der Unendlichkeit und hat das Erbe, die Allkraft, wieder angetreten.
Jeder Erdentag ist ein Geschenk an den Menschen, damit er sich darin erkennt und findet. Die Naturreiche bieten sich dem Menschen an. Feuer und Wasser dienen ihm und auch die Gestirne bei Tag und bei Nacht. Erkennet, wie reich der Tag für jeden einzelnen ist! ... (S. 184)

 

Bevor wir uns den Texten aus den Büchern Mose zuwenden, noch eine Begebenheit aus dem Leben des Jesus von Nazareth, wiedergegeben in Das ist Mein Wort:

1. Und als Jesus nach Jericho ging, begegnete Ihm ein Mann mit jungen Tauben und einem Käfig voller Vögel, welche er gefangen hatte. Und Er sah ihren Jammer darüber, daß sie ihre Freiheit verloren hatten und außerdem Hunger und Durst litten.
2. Und Er sprach zu dem Manne: „Was tust du mit diesen?" Und der Mann antwortete: „Ich lebe davon, daß ich die Vögel verkaufe, die ich gefangen habe."
3. Und Jesus sprach zu ihm: „Was denkst du, wenn ein Stärkerer oder Klügerer, als du bist, dich gefangen nehmen und dich fesseln würde oder auch dein Weib oder deine Kinder und dich ins Gefängnis werfen würde, um dich zu seinem eigenen Vorteile zu verkaufen und seinen Lebensunterhalt damit zu verdienen?
4. Sind diese da nicht deine Mitgeschöpfe, bloß schwächer als du? Und sorget nicht derselbe Gott, Vater und Mutter, für sie ebenso wie für dich? Lasse diese deine kleinen Brüder und Schwestern in Freiheit, und siehe zu, daß du solches nie wieder tust, sondern daß du ehrlich dein Brot verdienst."
5. Und der Mann erstaunte über diese Worte und Seine Vollmacht und ließ die Vögel frei. Als die Vögel herauskamen, flogen sie zu Jesus, setzten sich auf Seine Schultern und sangen Ihm.
6. Und der Mann fragte weiter nach Seiner Lehre, und er ging seines Weges und erlernte das Korbflechten. Durch seine Arbeit erwarb er sich sein Brot und zerbrach seine Käfige und Fallen und wurde ein Jünger Jesu. (S. 497-498)

Der Geist der Bücher Mose weht in den Kirchen heute. Parallelen zu den blutigen magischen Zeremonien

Jesus kam, wie Er sagte, das Gesetz Gottes zu erfüllen. Er tat es mit Seinem Leben und Wirken. Und Er lehrte, wie das Gesetz der Himmel in den einzelnen Schritten im Alltag von uns Menschen zu erfüllen ist; das wesentliche überlieferte Zeugnis davon ist Seine Bergpredigt.

Jesus war gegen Blutvergießen jeglicher Art

Niemals hätte Jesus Blut vergossen oder das Blutvergießen gutgeheißen. Der Satz Alle, die zum Schwert greifen, werden durch das Schwert umkommen (Mt 26, 52) bezieht sich auch auf Vergehen gegenüber der Tierwelt und der gesamten Natur, und es muß durchaus nicht das Töten mit dem Schwert sein. Es gibt viele Abstufungen der Lieblosigkeit. Tiere empfinden sehr fein, während das Gemüt des Menschen vielfach roh und stumpf ist.
Nichts und niemand kann uns „von einer Verfehlung lösen", außer unser Erlöser Christus, dessen Kraft und Licht der Erlösung in jedem von uns Wohnung genommen hat. Voraussetzung dafür, daß Er in uns die Erlösung unserer Seele von einer Schuld bewirken kann, ist, daß wir unser liebloses Fühlen, Empfinden, Denken, Reden und Handeln von Herzen bereuen, unseren Nächsten bzw. Übernächsten, gegen den wir gesündigt haben, in unserem Inneren um Vergebung bitten, ihm unsererseits das vergeben, was er eventuell uns angetan hat, das Unrecht nach Kräften wiedergutmachen, so dies noch möglich ist, und das, was wir an Ungutem an uns erkannt haben, nicht wieder tun. Dann erst vergibt uns auch Gott, wie wir es ja seit 2000 Jahren im Vaterunser beten: Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern ...
Nicht nur ein Tieropfer, sondern alles, was von uns sichtbar oder unsichtbar ausgeht, an Bosheit, Nichtachtung und Mißachtung, an Grausamkeit, aber auch mangelndem Verständnis, mangelnder Rücksichtnahme oder Gleichgültigkeit, fügt unserer bestehenden Schuld weitere hinzu. Das gilt für die Menschheit wie für jeden einzelnen.

Christus ist gegen das Blutvergießen jeglicher Art. Wenn Christus, der sich der Menschheit wieder durch Prophetenmund offenbart, über Tieropfer, aber auch über Tierversuche und andere Vergehen der Wissenschaft gegen Gottes allweise Schöpfung spricht, verwendet Er häufig das Wort „Greuel".
Wir Menschen sollen die Tiere, unsere Übernächsten, als unsere kleinen Tier-Brüder und -Schwestern ansehen - die, obwohl sie Gott, dem Gesetz, gegenüber nicht schuldig geworden sind wie die Fallwesen -, mit in die Tiefe gingen, damit wir Menschen uns an dem Leben der Natur erfreuen und mit ihr in Liebe verbunden sind. Die Natur will den Menschen dienen. Sie will nicht gequält, gefoltert und gemordet werden und dann auch noch für das Kannibalenmahl herhalten.
Der Mensch, in seinem Innersten das Wesen aus Gott, erweist sich vielfach als Wesen der Grausamkeit.

„... der soll ausgemerzt werden." Abtötung eines Gewissens. Oder: Wie man der Priestermacht hörig wird

Auch nachstehend spricht der „Gott" der „Bücher Mose" gegen die Lehren Jesu und zugleich gegen Seine eigenen Gebote. Es heißt z.B. in Levitikus:

Wenn jemand mit irgendetwas Unreinem in Berührung kommt, sei es mit etwas Unreinem von einem Menschen oder einem unreinen Tier oder irgendeiner unreinen, abscheulichen Sache, und dann vom Fleisch eines Heilsopfers ißt, das für den Herrn geopfert wird, soll er aus seinen Stammesgenossen ausgemerzt werden. (7, 21) (7, 21) (7, 21)

Opferzeremonien „wie es der Herr dem Mose befohlen hatte" Im Alten Testament war das Kausalgesetz bekannt. Jesus war gegen Tieropfer

Zurück zu den Tieropfern im Alten Testament. Wer noch mehr Zauber von der Art des Voodoo lesen möchte, der kann in Levitikus weiteres erfahren:

Dann ließ er den Widder für das Brandopfer herbeibringen. Aaron und seine Söhne legten ihre Hände auf den Kopf des Widders, und Mose schlachtete ihn. Er sprengte das Blut ringsum gegen den Altar. Dann zerteilte er den Widder und ließ den Kopf, die Teile und das Fett in Rauch aufgehen. Er wusch die Eingeweide und die Beine mit Wasser und ließ den ganzen Widder auf dem Altar in Rauch aufgehen. Es war ein Brandopfer zum beruhigenden Duft, ein Feueropfer für den Herrn, wie es der Herr dem Mose befohlen hatte.
Dann ließ er den zweiten Widder, den Widder für das Opfer der Priestereinsetzung, herbeibringen. Aaron und seine Söhne legten ihre Hände auf den Kopf des Widders, und Mose schlachtete ihn. Er nahm etwas Blut und tat es auf das rechte Ohrläppchen Aarons, auf den Daumen seiner rechten Hand und auf die große Zehe seines rechten Fußes. Dann ließ er die Söhne Aarons nähertreten und tat etwas Blut auf ihr rechtes Ohrläppchen, auf den Daumen ihrer rechten Hand und auf die große Zehe ihres rechten Fußes. Danach goß Mose das Blut ringsum an den Altar.
Er nahm auch das Fett, den Fettschwanz, das ganze Fett, das sich über den Eingeweiden befindet, die Fettmasse über der Leber, die beiden Nieren und ihr Fett und die rechte Schenkelkeule. Aus dem Korb mit den ungesäuerten Broten, der vor dem Herrn stand, nahm er einen ungesäuerten Kuchen, einen Ölbrotkuchen und einen Brotfladen, die er auf die Fettstücke und die rechte Schenkelkeule legte. Das alles gab er in die Hände Aarons und seiner Söhne und ließ sie es vor dem Herrn hin- und herschwingen und so darbringen. Dann nahm es Mose wieder aus ihren Händen und ließ es auf dem Altar mit dem Brandopfer in Rauch aufgehen. Das war das Opfer der Priestereinsetzung zum beruhigenden Duft, ein Feueropfer für den Herrn. (8, 18-28)

 

Wer von solchen makabren Szenen noch nicht genug hat, der kann in Levitikus weiteres lesen:

Aaron trat an den Altar und schlachtete das Kalb für seine eigene Sünde. Dann brachten ihm die Söhne Aarons das Blut; er tauchte seinen Finger in das Blut, tat es auf die Hörner des Altars und goß das übrige Blut am Sockel des Altars aus. Das Fett des Sündopfers, die Nieren und die Fettmasse über der Leber des Sündopfers ließ er auf dem Altar in Rauch aufgehen, wie es der Herr dem Mose befohlen hatte. Das Fleisch und das Fell verbrannte er außerhalb des Lagers. Danach schlachtete er das Brandopfer; die Söhne Aarons reichten ihm das Blut, und er sprengte es ringsum an den Altar. Sie reichten ihm die einzelnen Stücke und den Kopf des Brandopfers, und er ließ sie auf dem Altar in Rauch aufgehen. Er wusch die Eingeweide und Beine und ließ auch sie mit dem Brandopfer auf dem Altar in Rauch aufgehen. (9, 8-14)
    Weiter heißt es: (9, 8-14)
    Weiter heißt es: (9, 8-14)
    Weiter heißt es:

Die Fettstücke des Rinds und des Widders, und zwar den Fettschwanz, das Eingeweidenetz, die Nieren und die Fettmasse über der Leber, legte er auf die Bruststücke und ließ sie auf dem Altar in Rauch aufgehen. Die Bruststücke und die rechte Schenkelkeule schwang Aaron vor dem Herrn hin und her und brachte sie so dar, wie es Mose befohlen hatte. (Levitikus, 9, 19-21)
 

„Wie es der Herr dem Mose befohlen hatte ..." Und heute? Man tauft Säuglinge, angeblich auf Geheiß des Christus; man setzt Priester über die einfachen Gläubigen, angeblich in der Vollmacht, verliehen durch Jesus, den Christus; man spricht von Sünden los, angeblich im Auftrag Jesu, des Christus; man kürt einen „Heiligen Vater" und behauptet, Jesus selbst hätte ihn dazu bestimmt; und, und, und ...
Jesus distanzierte sich von der Tradition des Opferns. Er zitierte den Pharisäern gegenüber zweimal den Propheten Hosea: Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer (Mat 9, 13 und Mt 12, 7), durch den im Alten Testament Gott gesprochen hatte: Liebe will ich, nicht Schlachtopfer, Gotteserkenntnis statt Brandopfer. (Hos 6, 6)

 

In Das ist Mein Wort lesen wir:

    8. ... Ich Bin gekommen, die Opfer und die Blutfeste abzuschaffen ... Wenn ihr nicht aufhören werdet, Fleisch und Blut der Tiere zu opfern und zu verzehren, so wird der Zorn Gottes nicht aufhören, über euch zu kommen; ebenso wie er über eure Vorfahren in der Wüste gekommen ist, die dem Fleischgenusse frönten und von Fäulnis erfüllt und von Seuchen aufgezehrt wurden. (S. 215) (S. 215) (S. 215) (S. 215)

 

Auf Seite 77 dieser großen Gottesoffenbarung steht:

Denn wer sein Leben in die Sohn- und Tochterschaft Gottes stellt, wird nicht töten - weder Menschen noch Tiere.
Jesus sprach überdeutlich gegen die Anweisungen in den „Büchern Mose". Ähnlich sprach auch, wie wir schon hörten, Gott durch den Propheten Jeremia.
In den Aussagen Jesu, des Christus Gottes, vernehmen wir, daß der Name des Propheten Mose für den grausamen Heidenkult benützt wurde. Im Buch Das ist Mein Wort steht, offenbart von Christus selbst:
„Ich Bin gekommen, die Opfer und die Blutfeste abzuschaffen" heißt: Ich Bin gekommen, euch das Evangelium, das Gesetz der Liebe, zu lehren und es euch vorzuleben, damit ihr erkennt, daß nur jener Mensch im Inneren reich an geistiger Kraft ist, der die Gesetze Gottes hält. Menschen, die innere Werte besitzen, wird es an nichts mangeln. Denn wer in seinem Herzen reich ist, der ist mit seinem Nächsten und nicht gegen ihn - und somit für Gott, das Leben, das die Fülle ist. Menschen mit inneren Werten sind auch mit der Tier- und Pflanzenwelt und nicht gegen die Schöpfungen Gottes. Wer gegen seinen Nächsten ist, wird gegen ihn kämpfen und ihn töten. Und wer gegen seinen Nächsten ist, der wird auch nicht für anderes Leben sein - weder für das der Tiere noch das der Pflanzen und Steine.
Wer gegen das Leben in Mir, dem Christus, ist, den hungert und dürstet es nach Erfolg, Reichtum, Macht und Ansehen. Für seine Feste und Gaumengelüste tötet er Tiere und verzehrt ihr Fleisch. Damit zeigt er, daß er fern von Gott ist.
Gott, dem Ewigen, sind auch Tieropfer ein Greuel. Er will nicht, daß Ihm Tiere geopfert oder geweiht werden. Gott hat allen Formen des Seins das Leben gegeben, also auch den Tieren. Wozu sollen sie Ihm geopfert werden, wenn doch Er, das Leben, selbst in ihnen wohnt?

Wenn der Mensch jedoch sein menschliches Ich, seine Leidenschaften und Begierden Mir, dem Christus, opfern und ein gottgewolltes, also gottgeweihtes Leben anstreben und führen würde, so würde dies zur Einheit aller Lebensformen beitragen. Gott ist der Geist der Liebe und der Freiheit! Deshalb sollte jeder Mensch freiwillig sein Ich opfern. Dann erst wird er sanftmütig und von Herzen demütig und findet zur großen Einheit: Gott. Diese Entfaltung des Menschen hin zu Ihm liebt Gott an Seinen Kindern.
Und wer sich dem ewigen Vater-Mutter-Gott hingibt, indem er sein Menschliches wandelt in Göttliches, der wird keine Tiere schlachten und ihr Fleisch verzehren und auch kein Tier mutwillig töten. Solche Menschen werden auch der Pflanzenwelt mit selbstloser Liebe begegnen, da auch sie ein Schöpfungsgeschenk Gottes an Seine Menschenkinder ist. Die Pflanzen und die Früchte des Feldes und des Waldes schenken sich dem Menschen bereitwillig und wollen ihm als Nahrung dienen und als Heilmittel für seinen kranken Leib.
Der „Zorn Gottes" kommt aus der Vorstellungswelt der Heiden, die im Alten Bund noch sehr lebendig war: Man glaubte, die „Götter" würden an Menschen Rache nehmen. Es wäre gut, wenn der sündige Mensch erkennen würde, daß er den sogenannten „Zorn Gottes" selbst geschaffen hat. Der „zürnende Gott" ist das menschliche Ich, das Rache übt für das, was es selbst verursacht hat; denn was der Mensch sät, das wird er ernten.

Auch die Worte „Auge um Auge, Zahn um Zahn" wurden und werden falsch gedeutet. Der Mensch soll sich nicht an seinem Nächsten rächen und Gleiches mit Gleichem vergelten. Ihm ist geboten, seinem Nächsten zu vergeben, ihn um Vergebung zu bitten und Gleiches oder Ähnliches nicht mehr zu tun. Wer dieses Gebot nicht befolgt, der begibt sich selbst in das Gesetz der Abtragung. Es lautet: „Auge um Auge, Zahn um Zahn." Dann wird er ernten - „Auge um Auge, Zahn um Zahn" -, was er gesät hat. (S. 215-217)
Das Gesetz von Saat und Ernte, das uns die Ursachen für unser Schicksal in uns selbst erkennen läßt, hat Gott auch schon durch die alten Propheten gelehrt. Bei Jesaja heißt es z.B.: Weh euch, die ihr die Strafe wie mit Ochsenstricken herbeizieht und die Sünde wie mit Wagenseilen (Jes 5, 18). In der Einheitsübersetzung ist im Alten Testament im Buch der Weisheit zu lesen: Sie sollten erkennen: Man wird mit dem gestraft, womit man sündigt (11, 16). Gott straft nicht und gibt auch keine Anweisungen, die Sünden sind. Unsere Sünde ist unsere selbstgeschaffene Strafe, unser persönliches Gericht.

Jesus wollte also die Grausamkeiten an Menschen und Tieren aufheben. Die heutigen Vertreter der kirchlichen Institution lassen es aber zu, daß diese an Menschen und Tieren weiterhin durchgeführt werden, nur mit anderen Methoden, die allerdings noch um einiges grausamer sind. Damit bejahen sie, was diesbezüglich geschieht. Der Einsatz einiger Weniger für die Belange der Tiere ist die Ausnahme, die die Regel bestätigt.

 

Das Neue Testament „vollendet" das Alte und „erhellt" dieses. Beide sind „wahres Wort Gottes". Die Millionen Opfer der Kirche

Im Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 140, bringt der römische Klerus folgendes zu Papier: ... Das Alte Testament bereitet das Neue vor, während dieses das Alte vollendet. Beide erhellen einander; beide sind wahres Wort Gottes.
Die Tierquälerei setzt sich fort, die Schlachthöfe bleiben offen. Heute werden Tiere geopfert, die Tierkadaver zerhackt und zerstückelt zum Wohle der „Götter" Mensch, die ihre Gaumenlust befriedigen.
Auf grausame und bestialische Weise wurden auch Menschen gequält und zu Tode gebracht. Und das Gestern kann zum Heute werden.
Wie die „Vollendung" dessen aussieht, was im Alten Testament vorbereitet worden war, zeigt sich sehr deutlich in den Früchten, die die sogenannten christlichen Kirchen in den vielen Jahrhunderten hervorbrachten.
Vor einigen Tagen bekam ich eine Broschüre in die Hand, eine Dokumentation der Initiative „Ein Mahnmal für die Millionen Opfer der Kirche". Darin ist folgendes zu lesen:

 

Die Millionen Opfer der Kirche:

Inquisition: 13-18. Jahrhundert, zwischen 1 und 10 Millionen Tote sowie unzählige Gefolterte, Mißhandelte und Terrorisierte (Der Spiegel, 1.6.1998).

Kreuzzüge: 11.-13. Jahrhundert, bis zu 22 Millionen Tote, darunter Tausende von deutschen Juden (Hans Wollschläger, „Die bewaffneten Wallfahrten nach Jerusalem")

„Heiden": 9.-12. Jahrhundert. Während des Mittelalters werden Zehntausende germanische und slawische „Heiden" von deutschen Königen und Fürsten mit Gewalt zum „Christentum" bekehrt oder grausam abgeschlachtet. Die Kirche gibt ihren Segen dazu oder ruft zu „Kreuzzügen" gegen die Slawen auf (Karlheinz Deschner, „Kriminalgeschichte des Christentums", Bände 4, 5 und 6)

Juden: Während des Mittelalters vom 11.-14. Jahrhundert immer wieder blutige Pogrome mit Tausenden von Toten, vorbereitet durch kirchliche Hetze über Jahrhunderte hinweg. Julius Streicher beruft sich bei den Nürnberger Prozessen zur Rechtfertigung des Holocaust ausdrücklich auf Martin Luthers Hetzreden gegen die Juden (Friedrich Heer, „Gottes erste Liebe").

Eroberung Amerikas: In den ersten 150 Jahren nach der Eroberung durch die Spanier „im Namen Gottes" sterben 100 Millionen Menschen - der „größte Völkermord aller Zeiten" (Theologe Boff, Publik-Forum, 31.5.1991).

Katharer, Waldenser, Hussiten, Täufer: Tausende von Andersgläubigen sterben auf Geheiß der Kirchen (auch der lutherischen). 

 „Hexen": 16.-18. Jahrhundert - zwischen 40000 und einer Million Menschen, zumeist Frauen, sterben einen grausamen Tod, etwa die Hälfte davon in Deutschland. Auch Luther läßt Hexen verbrennen. Die Anleitung dazu, der „Hexenhammer", stammt von zwei deutschen Dominikanermönchen (s.a. Hubertus Mynarek, „Die neue Inquisition").

 

Und wie sieht es heute aus? Die Wurzeln des Alten Testamentes, vorwiegend die „Bücher Mose", „erhellen" gemäß dem Katholischen Katechismus das Neue Testament, also unsere Zeit. In der genannten Broschüre lesen wir weiter:

Völkermord in Kroatien: Noch Mitte des 20. Jahrhunderts, zwischen 1941 und 1943, werden in Kroatien etwa 750000 orthodoxe Serben ermordet - unter maßgeblicher Beteiligung katholischer Geistlicher und mit Billigung des Vatikans ... Der Vatikan ist über alles unterrichtet, behandelt das blutige Regime aber mit spürbarem Wohlwollen. Die katholische Hierarchie, allen voran Militärvikar und Erzbischof Stepinac (1998 vom Papst seliggesprochen), stützt das faschistische Regime bis zuletzt moralisch ab. (Vgl. hierzu Deschner, „Ein Jahrhundert Heilsgeschichte", Band 2, 1983, S. 210ff., sowie Vladimir Dedijer, „Jasenovac - das jugoslawische Auschwitz und der Vatikan", 1988)

Kindsmißbrauch durch Pfarrer und Priester: Die Opfer von Kindsmißbrauch leiden meist über Jahre und Jahrzehnte seelisch unter diesen Demütigungen. Experten schätzen, daß in den USA 2.000 der 51.000 katholischen Priester in den letzten 20 Jahren des sexuellen Mißbrauchs beschuldigt wurden (Hanauer Anzeiger, 13.7.1998). Das sind etwa 4 Prozent - die Dunkelziffer noch nicht eingerechnet. Für Deutschland schätzte Prof. Hubertus Mynarek den Anteil pädophiler Priester ebenfalls auf 3 - 5 Prozent (Akte 97, 14.9.1999).

Martin Luther – Leben und Lehre Im christlichen Geist der Nächstenliebe?

Die meisten der eben genannten Morde und anderen Verbrechen „im Namen Gottes" gehen auf das Konto der Katholischen Kirche. Ist daraus zu schließen, die evangelische sei positiver zu bewerten?

 

„Was der Mensch anderen antut, das tut er sich selbst an." Wie fühlt sich das Tier in seiner Situation? Das Tier, ein Gebrauchs- und Verbrauchsgegenstand

Blicken wir noch einmal in die Zeugnisse des Alten Testaments, wo im 3. Buch Mose - das ja erklärtermaßen Gottes wahres Wort sein soll - auch den Amtsträgern der heutigen Institutionen Kirche Anweisungen gegeben werden, welches Tier sie verspeisen und welches Tier sie lassen sollen. Da heißt es:

Alle Tiere, die gespaltene Klauen haben, Paarzeher sind und Wiederkäuer, dürft ihr essen. (Levitikus 11, 3)

Und drei Verse weiter ergeht der Appell an die Jäger:

Ihr sollt für unrein halten den Hasen, weil er zwar wiederkäut, aber keine gespaltenen Klauen hat. Ihr sollt für unrein halten das Wildschwein, weil es zwar gespaltene Klauen hat und Paarzeher ist, aber nicht Wiederkäuer. Ihr dürft von ihrem Fleisch nicht essen und ihr Aas nicht berühren. Ihr sollt sie für unrein halten. 
Die Ergänzung zum vorigen Zitat steht in Levitikus 11, 26, 27: (11, 6)
Alle Tiere mit gespaltenen Klauen, die aber nicht Paarzeher sind und nicht wiederkäuen, sollt ihr für unrein halten; jeder, der sie berührt, wird unrein.
Alle Vierfüßler, die auf Pfoten gehen, sollt ihr für unrein halten; jeder, der ihr Aas berührt, wird unrein bis zum Abend ...
Wer kirchenhörig ist, müßte sich an die Weisungen des Alten Testamentes halten, denn nach kirchlicher Lehre ist dieses das Wort Gottes. Würde sich der Gläubige daran halten, dann hätten wenigstens die Hasen und die Wildschweine eine Chance, ohne Schrot oder Kugel im Leib davonzukommen.
Zur Rechtfertigung der Jägerei wird oft angeführt, es sei notwendig, den Bestand an bestimmten Tierarten zu „dezimieren", da diese sonst überhand nehmen würden. Der Gottesgeist jedoch lehrte uns: Gott hat Seine Schöpfung, die Natur auf dieser Erde, so eingerichtet, daß sie selbst für Ausgleich, für die Erhaltung des Gleichgewichts, sorgt. Gott hat diese Aufgabe nicht den Jägern übertragen!
An die Fischer und an alle, die dem Meer das entreißen, was dem Meer gehört, richten sich die Anweisungen „Gottes" durch „Mose" wie folgt:

Aber alles, was in Meeren oder Flüssen lebt, alles Kleingetier des Wassers und alle Lebewesen, die im Wasser leben und keine Flossen oder Schuppen haben, seien euch abscheulich. (Levitikus 11, 10)
Wer also Meerestiere wie Hummer und dergleichen verzehrt, verunreinigt sich. Jeder Leser kann sich nun überlegen, ob er heute schon „unrein" geworden ist.
Wo werden wohl all jene Kleriker nach diesem Erdenleben sein, die das Alte Testament im Neuen Testament vollenden wollen und an schön gedeckten Tischen sitzen und vom Kadaver des Hasen, des Wildschweines und dergleichen essen oder Meerestiere verzehren, die keine Flossen und Schuppen haben, und die dann, im Zustand der Unreinheit, eventuell sakrale Handlungen durchführen? Wohl werden sie heutzutage infolge ihres Sündigens gegen das „Heilige" und den Heiligen, Gott, nicht mehr gesteinigt, aber wird nicht nach klerikaler Aussage das überlieferte „Wort Gottes" noch immer für wahr und gültig gehalten?
Gäbe es unreine, „abscheuliche" Tiere, so müßte die berechtigte Frage lauten: Warum hat Gott solche Tiere geschaffen, wenn Er die absolute Reinheit ist?
Von all diesem sprach Jesus nicht. Jesus liebte alle Tiere. Er tat nicht nur keinem Tier etwas zuleide, sondern ganz im Gegenteil: Er war der große Freund aller Kreatur; Er sprach und handelte für die Tiere.
Viele Menschen hingegen machen sich kaum Gedanken, wenn Tiere gequält und getötet werden. In Das ist Mein Wort auf Seite 433 erklärte Jesus, daß Tiere fühlen und empfinden, ähnlich wie wir Menschen:

Als Jesus von Nazareth sprach Ich zu vielen Menschen vom Gesetz des Lebens, so auch von den Tieren, die ähnlich wie die Menschen Schmerz, Leid und Freude empfinden. So, wie der Mensch nicht gegen, sondern für seinen Nächsten sein soll, so soll er auch für die Tiere sein und ihnen gegenüber Verantwortung tragen, da sie dem Menschen dienen.
Immer wieder lehrte Ich die Menschen, daß auch die Tiere Geschöpfe Gottes sind, die der Mensch nicht mißachten, sondern lieben soll. Wer sie schlägt und quält, der wird einst an seiner Seele und an seinem Leibe Gleiches oder Ähnliches erfahren. Denn was der Mensch seinen Mitmenschen und Mitgeschöpfen, den Tieren, antut, das tut er sich selbst an.
Viele Menschen erkannten ihre Roheiten und begannen, Meine Lehre zu verwirklichen. Sie bereuten und nahmen die Tiere als ihre Freunde an. Und so mancher verstand Meine Worte und folgte Mir nach. (S. 433-434)
Ich wiederhole die Worte des Jesus, des Christus: „Was der Mensch seinen Mitmenschen und Mitgeschöpfen, den Tieren, antut, das tut er sich selbst an." Folgen wir diesen Seinen Worten und beziehen wir einmal das, was die unschuldigen Tiere trifft, auf uns selbst. Versetzen wir uns gedanklich an ihre Stelle und teilen in Gefühlen, Bildern und Gedanken ihr Schicksal.
Z.B. könnten Sie sich, stellvertretend für ein Tier, die Frage stellen: Möchten Sie lieber getötet oder ermordet werden? Wer sich ernsthaft in diese Frage oder Situation hineinempfindet, daß er nun gefragt ist, sein Leben durch Tod oder Mord zu lassen, der wird sicherlich keine Wahl zwischen Tod oder Mord treffen, denn getötet oder ermordet zu werden heißt dann für ihn unterschiedslos, das Leben zu lassen.
Und wie würden wir reagieren, wenn uns jemand einfängt, in einen Käfig sperrt und über uns bestimmt, wann wir ab und zu die Freiheit schnuppern dürfen?
Stellen Sie sich vor, Sie sind in der Lage eines Goldhamsters, dem viel Bewegung naturgemäß ist. Sehen und fühlen Sie sich gleichsam einige Wochen in einen engen Raum gesperrt. Für Ihre Bewegung haben Sie nur ein Laufrad zur Verfügung, das sich unter Ihren Füßen schnell fortbewegt, so daß Sie auf der Stelle laufen und laufen und laufen, ohne daß Sie vorwärts kommen. Wie lange macht Ihnen das Spaß? So merken Sie sehr bald, wie es dem Hamster ergeht, der Tag für Tag stumpfsinnig in dem engen Rad laufen muß.
Oder fühlen Sie sich in die Situation eines Rindes im Maststall ein, wo Sie, eingesperrt, in Tuchfühlung mit Leidensgenossen, gedopt durch chemiedurchsetztes Mastfutter, sich bewußt sind, daß jeden Augenblick der Schlächter kommen kann, der Sie niedermacht und Ihren Körper in Stücke zerlegt als Opfer-Mahlzeit z.B. für die beleibte Geistlichkeit. Sie hören Ihre Brüder und Schwestern, die anderen Stiere und Kühe, von Zeit zu Zeit dumpf muhen und spüren, daß diese die gleichen Ängste bewegen wie Sie selbst. Doch das bevorstehende Schicksal ist unausweichlich. Sie sind in der Hand des Schlächters Mensch, ausgeliefert seiner Ichsucht, Gefühlskälte und Gier, auch seiner Profitgier.
Viele Menschen gehen über Leichen von Mensch und Tier - dann, wenn es sie persönlich nicht trifft. Deshalb maßen sich Menschen an, in bestimmten Fällen Menschen töten zu dürfen und um wieviel selbstverständlicher auch Tiere. Wer hat das Recht, dem Nächsten, aber auch dem Tier, bewußt das Leben zu nehmen? Wer hat die Seele des Menschen geschaffen, die unsterblich ist? Wer hat ihr den Atem gegeben? Und wer hat dem Tier den Atem und somit das Leben gegeben? Nicht der Mensch, sondern Gott, der Ewige, der Schöpfergeist der Unendlichkeit. Gott nimmt weder Mensch noch Tier das Leben, denn Gott ist der Geber. Und Gott zwingt nicht; Er wendet niemals Gewalt an; Er beeinflußt auch niemanden gegen dessen Willen. Er ist die Freiheit und läßt die Freiheit. Nur der Mensch, der weder der Seele des Menschen noch dem Tier das Leben gegeben hat, tötet das Haus der Seele, den Körper, und tötet das Tier. Wer hat dem Menschen das erlaubt? Jesus sprach davon nicht!
Wer zwischen „Töten" und „Morden" unterscheidet, der ist meines Erachtens ein Paranoiker, der das Leben anderer nicht schätzt und nach dem All-Gesetz, das das Leben ist, folglich selbst sein Leben verwirkt. Denn: Was der Mensch anderen zufügt, das tut er sich selbst an.
Das gleiche gilt, wenn Tiere in Käfigen gehalten werden. Gott sah für die Tiere die Natur als Lebensraum vor, in dem sie sich, jeweils ihrer Art entsprechend, frei bewegen können, wie auch die geistigen Tierformen im ewigen Sein es tun. Er schuf keine Käfige für Seine Kreatur. Nur Menschen maßen sich an, Tiere einzusperren und sie auf engstem Raum ihr Dasein fristen zu lassen.

Jesus, der Christus, sagte sinngemäß: Alles, was ihr also von anderen erwartet, das tut auch ihnen! (Mt 7, 12). Die Aussage Jesu können wir auch folgendermaßen verstehen: Was du nicht willst, daß man dir tu, das füg’ auch keinem anderen zu. Gilt diese Aussage nur in bezug auf uns Menschen oder aber, angesichts der Liebe Jesu zu den Tieren, auch in bezug auf diese?

Gott gab den Menschen und den Tieren die ganze Erde und somit die Freiheit. Die Menschen jedoch teilen die Erde in Parzellen ein. Jeder sucht - legal oder illegal - das größte Stück zu bekommen. Das Stück Land ist dann „sein Besitz". Es ist das, was „ihm gehört" mit allem, was darauf und darin lebt. Doch was wir uns auf Erden angeeignet haben, ist Illusion, also Täuschung, denn der Tod nimmt uns, was wir von der Erde genommen haben.
Für viele Menschen sind Tiere nur eine Sache, die man kaufen und verkaufen kann, gebrauchen oder auch verbrauchen - wie eine Ware aus einem Kaufhaus. Sie pferchen die Tiere in die Welt ihrer Vorstellungen hinein, in den Pferch, in dem auch sie ihr Dasein fristen.
Wer gelernt hat, sich in Menschen hineinzufühlen, der spürt, daß auch Tiere fühlen und empfinden, ähnlich wie wir Menschen. Sie empfinden Freude, Leid und Schmerz. Eine alte Indianerweisheit könnte uns helfen, auch Tiere verstehen zu lernen. Sie lautet: Beurteile nie einen Menschen, bevor du nicht mindestens einen halben Mond lang seine Mokassins getragen hast. Auf Tiere bezogen kann gesagt werden: Bevor du Tiere gefangen hältst, sie für deine Zwecke mißbrauchst und sie quälst, ihnen also bestimmte eingeschränkte oder ihrer Natur nicht gemäße Lebensbedingungen zumutest, erprobe es zuerst an dir selbst. Laß dich also in das oben genannte Laufrad zwingen, und du fühlst, was der kleine Übernächste durchmachen muß. Wer anderweitig die lebendige Anschauung für das Schicksal der Tiere erwerben möchte, könnte sich in die Rolle des Mastkalbs versetzen oder in die des Huhns im Käfig einer Hühnerfarm oder in die des Robbenbabys, das sich wohlig am Ufer sonnt, auf das nun die Männer mit der Keule in der Hand zukommen, die ihm den Pelz abziehen wollen. Eventuell stellen Sie sich auch vor, was die Robbenmutter fühlt, wenn sie vom Fischfang zurückkommt und statt ihres Kindes einen rohen Klumpen Fleisch vorfindet ...

 

Der Zeitgeist-Gott. „Vollendung" des alten Testamentes in unserer Zeit: Sexuelle Vergehen an Kindern durch Priester. In den Fußspuren des Nazareners oder In denen der kirchlichen Obrigkeiten?

Jesus, der Christus, ist die Wahrheit. Er sprach sinngemäß: Ich und der Vater sind eins (Joh 10, 30). Denken wir noch einmal über folgende Worte Jesu nach: Denkt nicht, Ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich Bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen (Mt 5, 17). In vielen Fällen erfüllte Jesus nicht, was der „Gott" des Alten Testamentes durch den Propheten Mose anordnete. Jesus bezog sich selten und nur indirekt auf den „Gott" in den „Büchern Mose". Vielmehr sagte Er: Ihr habt gehört, daß gesagt worden ist ... Ich aber sage euch ... Oder: Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt worden ist ... Ich aber sage euch ... Wer Ohren hat, zu hören, der höre: Jesus erwähnte selten den „Gott" in den „Büchern Mose".

„Töten" oder „Morden"? Jesus erfüllte das Gesetz und vertiefte die Lehre

Obwohl es dem Gegenspieler Gottes gelungen war, das Wort Gottes durch den Propheten Mose gründlich zu verfälschen, blieb der Wortlaut der Zehn Gebote, die ein Auszug aus dem ewigen, absoluten Gesetz der Himmel sind, davon bis in unsere Zeit weitgehend unberührt.
Das fünfte Gebot lautete und lautet nach wie vor: Du sollst nicht töten.
Jedoch: In der Einheitsübersetzung der Neuen Jerusalemer Bibel aus dem Jahr 1985 steht in der Reihe der Gebote Gottes an dieser Stelle bereits: Du sollst nicht morden. Diese neue Formulierung ist zweifellos dem Gott des Zeitgeistes, dem Zeitgeist-Gott, zuzuschreiben. Sie stellt eine Abschwächung der umfassenden Aussage „Du sollst nicht töten" dar. Jesus hingegen sagte in Seiner Bergpredigt sogar: Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst nicht töten; wer aber jemand tötet, soll dem Gericht verfallen sein. Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder auch nur zürnt, soll dem Gericht verfallen sein; und wer zu seinem Bruder sagt, du Dummkopf!, soll dem Spruch des Hohen Rates verfallen sein; wer aber zu ihm sagt: du (gottloser) Narr!, soll dem Feuer der Hölle verfallen sein. (Mt 5, 21-22)
Jesus hat also nicht die absolute Aussage „Du sollst nicht töten" abgeschwächt und ihre Bedeutung auf spezielle Einzelfälle eingeschränkt - im Gegenteil. Jesus hat sie vertieft. Er hat gelehrt, daß nicht nur in der vollzogenen Tat des Tötens das Gegen-den-Nächsten liegt, sondern bereits in verletzenden oder abwertenden Worten samt den diesen innewohnenden Gefühlen und Empfindungen. Er machte uns damit darauf aufmerksam, daß bereits jede feine Regung der Ablehnung eines Nächsten, eventuell auch gegenüber den Tiergeschwistern, unseren Übernächsten, vor Gott Sünde ist. Jesus forderte uns gleichsam auf, unser Gewissen zu sensibilisieren.
Und: Jesus sprach ausdrücklich vom „Töten" und nicht vom „Morden".

Jeremia hatte das Volk bereits auf die Verfälschungen „der Schrift" aufmerksam gemacht. In Jeremia 8, 8 sprach er vom „Lügengriffel der Schreiber", die das Gesetz des Herrn „zur Lüge gemacht" haben.
Wessen „Lügengriffel" hat nun also erneut das Wort Gottes durch Mose verfälscht? Wem dienen jene, die solches tun? Was soll mit der Aussage „Du sollst nicht morden" gerechtfertigt werden? Soll sie dazu dienen, das Gewissen der Menschen weiter zu beschwichtigen, damit es nicht mehr anschlägt, wenn Unrecht geschieht?
Der Ungeist des Alten Testamentes bereitete vor - sprich: er gab die Methode vor -, im Neuen Testament setzt sich das erfolgreich Durchgeführte methodisch, plan- und zielbewußt fort bis heute. Unter den Augen von vielen Millionen verstandesbegabter Menschen wird - simsalabim! - aus Weiß nun Schwarz. Sind das die „Wunder" von heute?
Wem die Kluft zwischen den beiden unterschiedlichen Aussagen - Töten und Morden - gleichgültig ist, der sitzt auf zwei Stühlen und versucht, zwei Herren zu dienen, dem Geist des grausamen „Gottes" in den „Büchern Mose" und somit den Institutionen Kirche - und ein wenig Jesus, dem Christus, der den Gott der barmherzigen Liebe lehrte.
Jesus sagte sinngemäß: Mein Vater und Ich sind eins. Wo zwei eins sind, sprechen sie die gleiche Sprache. Wer Ohren hat zu hören, der höre!
Wie lehrte Jesus in Seiner Bergpredigt? Wer dem Nächsten nur zürnt, soll dem Gericht verfallen sein. Und: Wer „Dummkopf!" sagt, soll dem Spruch des Hohen Rates verfallen sein. Wer Ohren hat zu hören, der höre! Und wer ein Gewissen hat, der wird Jesus, dem Christus, nachfolgen und das befolgen, was in der Johannes-Offenbarung steht, die ich hier wiederhole: Geht hinaus aus ihr, mein Volk, daß ihr nicht teilhabt an ihren Sünden und nichts empfangt von ihren Plagen. (Off 18, 4)

 

Anweisungen zu Gewalt und Krieg im Alten Testament – Jesus: „Liebet eure Feinde". Jesus rügt die Heuchelei Der Schriftgelehrten und Pharisäer

Jesus trug nicht zur Aufweichung unseres Gewissens bei. Er forderte uns auch nicht auf, dieses mit Listen und Finten, mit spitzfindigen Formulierungen einzulullen und zum Schweigen zu bringen. Das tut einzig der, der gegen Gott ist und wirkt und der schon das Wort Gottes durch Mose in sein Gegenteil verkehrt hat. Davon ein weiteres Beispiel:
Im 2. Buch Mose, Exodus, Einheitsübersetzung, steht: Wer einen Menschen so schlägt, daß er stirbt, wird mit dem Tod bestraft (Exodus 21, 12). Wer seinen Vater oder seine Mutter schlägt, wird mit dem Tod bestraft. Wer einen Menschen raubt, gleichgültig, ob er ihn verkauft hat oder ob man ihn noch in seiner Gewalt vorfindet, wird mit dem Tod bestraft. Wer seinen Vater oder seine Mutter verflucht, wird mit dem Tod bestraft. (21, 15-17)
In Exodus 21, 24 heißt es weiter: Auge für Auge, Zahn für Zahn, Hand für Hand, Fuß für Fuß, Brandmal für Brandmal, Wunde für Wunde, Strieme für Strieme.
Und das wurde oft genug wörtlich genommen und diente zur Legitimation von Racheakten aller Art.
Jesus sprach in der Bergpredigt solches nicht. Hier heißt es: Ihr habt gehört, daß gesagt worden ist: Auge für Auge und Zahn für Zahn. Ich aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin. Und wenn dich einer vor Gericht bringen will, um dir das Hemd wegzunehmen, dann laß ihm auch den Mantel. Und wenn dich einer zwingen will, eine Meile mit ihm zu gehen, dann geh zwei mit ihm. Wer dich bittet, dem gib, und wer von dir borgen will, den weise nicht ab. (Mt 5, 38-42)
Bei Jesus lesen wir also ganz andere Worte als von dem „Gott" in den „Büchern Mose". Wer ein aufrichtiger Christ sein möchte, der müßte die Entscheidung treffen: Entweder für Gott durch Jesus, den Christus, oder für den Gott der Institutionen Kirche, denn zwei Herren kann man nicht dienen. Irgendwann bringt uns der falsche Gott zu Fall. Unsere gleichgültige, unbarmherzige Gesellschaft ist hierfür der beste Beweis.

Im Fünften Buch Mose, Deuteronomium, ist u.a. die Rede von der Wiedervergeltung:

Und du sollst in dir kein Mitleid aufsteigen lassen, Leben für Leben, Auge für Auge, Zahn für Zahn, Hand für Hand, Fuß für Fuß. (19, 21)

Der Krieg und die Kämpfer. Wenn du zum Kampf gegen deine Feinde ausziehst und Pferde und Wagen und ein Kriegsvolk erblickst, das zahlreicher ist als du, dann sollst du dich nicht vor ihnen fürchten; denn der Herr, dein Gott, der dich aus Ägypten heraufgeführt hat, ist bei dir.
Wenn ihr in den Kampf zieht, soll der Priester vortreten, dem Kriegsvolk eine Ansprache halten und zu ihnen sagen: Höre, Israel! Ihr zieht heute in den Kampf gegen eure Feinde. Verliert nicht den Mut! Fürchtet euch nicht, geratet nicht durcheinander, und weicht nicht erschreckt zurück, wenn sie angreifen. Denn der Herr, euer Gott zieht mit euch, um für euch gegen eure Feinde zu kämpfen und euch zu retten. (20, 1-4)
Als wäre nicht seit damals doch Jesus, der Christus, auf der Erde gewesen, hält man es derzeit ähnlich: Die heutigen Priester segnen die Kriege samt ihren Waffen in dem Glauben, die von ihnen Gesegneten haben Gott an ihrer Seite gegen die „Feinde".
Im gleichen Buch Mose heißt es weiter:

Die Eroberung der Städte. Wenn du vor eine Stadt ziehst, um sie anzugreifen, dann sollst du ihr zunächst eine friedliche Einigung vorschlagen. Nimmt sie die friedliche Einigung an und öffnet dir die Tore, dann soll die gesamte Bevölkerung, die du dort vorfindest, zum Frondienst verpflichtet und dir untertan sein. Lehnt sie eine friedliche Einigung mit dir ab und will sich mit dir im Kampf messen, dann darfst du sie belagern.
Wenn der Herr, dein Gott, sie in deine Gewalt gibt, sollst du alle männlichen Personen mit scharfem Schwert erschlagen. Die Frauen aber, die Kinder und Greise, das Vieh und alles, was sich sonst in der Stadt befindet, alles, was sich darin plündern läßt, darfst du dir als Beute nehmen. Was du bei deinen Feinden geplündert hast, darfst du verzehren; denn der Herr, dein Gott, hat es dir geschenkt.

 

Aufwand und Zeremonien zur Einweihung und Einkleidung von Priestern in den Büchern Mose

Jesus, der schlichte Mann im Volk Israel, ein Jude in einfachem Leinengewand, der Menschensohn, wie Er genannt wird, der Sohn eines Zimmermanns, stand im krassen Gegensatz zu der damaligen und heutigen Priesterkaste.
Die damaligen Priester trugen ihrem Ansehen und Anspruch entsprechende Gewänder, und auch die heutigen Kardinäle, Bischöfe, Pfarrer und Priester stellen sich in prächtigen Roben dar - Gott aber ließ Seinen Sohn, den Mitregenten der Himmel, in einfachen Gewändern über die Erde wandeln, ohne Habe, als Zimmermann. Warum kleidete Gott Jesus, Seinen Sohn, nicht in ein Priestergewand, und warum ließ Er Ihn nicht im Tempel zu Jerusalem Dienst tun? Macht Gott Ausnahmen? Lesen wir, was der „Gott durch Mose" sagte und wie „Er" Aaron und seinen Söhnen das Priesteramt übertrug und sie als Priester einkleidete. Im Buch Exodus heißt es:

Der Efodmantel. Verfertige den Efodmantel ganz aus violettem Purpur; in seiner Mitte soll sich eine Öffnung für den Kopf befinden; an seiner Öffnung ringsum soll wie bei der Öffnung eines Panzerhemds ein gewebter, unzerreißbarer Rand angebracht sein. An seinem unteren Saum mach Granatäpfel aus violettem und rotem Purpur und aus Karmesin, an seinem Saum ringsum, und dazwischen goldene Glöckchen ringsum: ein Goldglöckchen und ein Granatapfel, abwechselnd ringsum am Saum des Mantels. Aaron soll ihn beim Dienst tragen; sein Ton soll zu hören sein, wenn er in das Heiligtum vor den Herrn hintritt und wenn er wieder herauskommt; sonst muß er sterben. (28, 31-35) Verfertige den Efodmantel ganz aus violettem Purpur; in seiner Mitte soll sich eine Öffnung für den Kopf befinden; an seiner Öffnung ringsum soll wie bei der Öffnung eines Panzerhemds ein gewebter, unzerreißbarer Rand angebracht sein. An seinem unteren Saum mach Granatäpfel aus violettem und rotem Purpur und aus Karmesin, an seinem Saum ringsum, und dazwischen goldene Glöckchen ringsum: ein Goldglöckchen und ein Granatapfel, abwechselnd ringsum am Saum des Mantels. Aaron soll ihn beim Dienst tragen; sein Ton soll zu hören sein, wenn er in das Heiligtum vor den Herrn hintritt und wenn er wieder herauskommt; sonst muß er sterben. (28, 31-35) Verfertige den Efodmantel ganz aus violettem Purpur; in seiner Mitte soll sich eine Öffnung für den Kopf befinden; an seiner Öffnung ringsum soll wie bei der Öffnung eines Panzerhemds ein gewebter, unzerreißbarer Rand angebracht sein. An seinem unteren Saum mach Granatäpfel aus violettem und rotem Purpur und aus Karmesin, an seinem Saum ringsum, und dazwischen goldene Glöckchen ringsum: ein Goldglöckchen und ein Granatapfel, abwechselnd ringsum am Saum des Mantels. Aaron soll ihn beim Dienst tragen; sein Ton soll zu hören sein, wenn er in das Heiligtum vor den Herrn hintritt und wenn er wieder herauskommt; sonst muß er sterben. (28, 31-35) Verfertige den Efodmantel ganz aus violettem Purpur; in seiner Mitte soll sich eine Öffnung für den Kopf befinden; an seiner Öffnung ringsum soll wie bei der Öffnung eines Panzerhemds ein gewebter, unzerreißbarer Rand angebracht sein. An seinem unteren Saum mach Granatäpfel aus violettem und rotem Purpur und aus Karmesin, an seinem Saum ringsum, und dazwischen goldene Glöckchen ringsum: ein Goldglöckchen und ein Granatapfel, abwechselnd ringsum am Saum des Mantels. Aaron soll ihn beim Dienst tragen; sein Ton soll zu hören sein, wenn er in das Heiligtum vor den Herrn hintritt und wenn er wieder herauskommt; sonst muß er sterben. (28, 31-35)

Und so geht es weiter:

Das Diadem. Mach eine Rosette aus purem Gold, und bring darauf nach Art der Siegelgravierung die Inschrift an: Heilig dem Herrn. Befestige die Rosette an einer Schnur aus violettem Purpur, und bring sie am Turban an; sie soll an der Vorderseite des Turbans angebracht werden. Sie soll auf Aarons Stirn sein, denn Aaron ist verantwortlich für die Verfehlungen an den Weihegaben, die die Israeliten weihen, für alle heiligen Abgaben; sie soll ständig auf Aarons Stirn sein, damit sie dem Herrn genehm sind. (28, 36-38)
Die Anweisungen des „Gottes durch Mose", die in krassem Gegensatz zu den Aussagen, zu den Lehren und zu der Lebensweise des Gottessohnes unter den Menschen stehen, sollen nachfolgend detailliert wiedergeben werden, damit es dem, der dies mit dem Herzen liest, leichter fällt, die Entscheidung zu treffen für die kirchlichen Amtsträger oder für die Nachfolge des Jesus, des Christus.

Über die Kleidung der Priester steht folgendes:

Web den Leibrock aus Byssus; mach einen Turban aus Byssus und einen Gürtel in Buntwirkerarbeit! Für die Söhne Aarons verfertige Leibröcke, und mach ihnen Gürtel! Mach für sie auch Kopfbünde, die ihnen zur Ehre und zum Schmuck gereichen. Dann bekleide damit deinen Bruder Aaron und zusammen mit ihm auch seine Söhne, und salbe sie, setze sie ins Priesteramt ein, und weihe sie, damit sie mir als Priester dienen. Mach ihnen Beinkleider aus Leinen, damit sie ihre Scham bedecken; von den Hüften bis zu den Schenkeln sollen sie reichen. Aaron und seine Söhne sollen sie tragen, wenn sie zum Offenbarungszelt kommen oder sich dem Altar nähern, um den Dienst am Heiligtum zu verrichten; so werden sie keine Schuld auf sich laden und nicht sterben. Als ständig einzuhaltende Verpflichtung gelte dies für ihn und seine Nachkommen. (28, 39-43)

Das Erlösungsopfer, das Jesus brachte. „Der Sündenbock"

Die heutigen kirchlichen Obrigkeiten sprechen vom „Erlösungsopfer", das Jesus gebracht hat. Jesus soll vergangene, gegenwärtige und zukünftige Sünden auf Sich genommen haben; dafür hat Er am Kreuz gelitten. Im Katechismus der Katholischen Kirche heißt es unter Nr. 605: „Es gibt keinen Menschen, es hat keinen gegeben und wird keinen geben, für den er nicht gelitten hat" (Syn. v. Quiercy 853: DS 624). Wer hat Ihn leiden lassen? Ging Jesus freiwillig ans Kreuz, oder wurde Er durch das von den Priestern aufgewiegelte Volk an den Kreuzesstamm getrieben?
Über die Erlösung durch den Christus Gottes bei dem „Vollbracht" des Jesus am Kreuz ist in den beiden „christlichen" Kirchen nur Unzutreffendes zu erfahren. Nach dem Katechismus der Katholischen Kirche wurde Jesus zum leidenden Gottesknecht, der stellvertretend „sein Leben als Sühnopfer hingab", „die Sünden von vielen trug" und so „die vielen gerecht macht", indem er „ihre Schuld auf sich lädt" (Jes 53, 10-12). Jesus hat unsere Sünden wiedergutgemacht und Gott dem Vater für sie Genugtuung geleistet. (Nr. 615)
In den Bekenntnisschriften der evangelisch-lutherischen Kirche schreibt Martin Luther sogar, daß er allein „das Lamm Gottes ist, das der Welt Sünde trägt", Joh. 1, 3 und „Gott unser aller Sünde auf ihn gelegt hat." Jesaja 534, item: „Sie sind alle zumal Sünder und werden ohn Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung Jesu Christi in seinem Blut" etc., Röm 3, 6.
Dieweil nun solchs muß geglaubt werden und sonst mit keinem Werk, Gesetze noch Verdienst mag erlanget oder [uns] gefasset werden, so ist es klar und gewiß, daß allein [der] solcher Glaube uns gerecht mache ... (ASII Art 1)
Der Kirchenvater Ambrosius schreibt: Denn dieweil die ganze Welt ist schuldig worden, so hat er der ganzen Welt Sünde weggenommen. (AP. IV)
Der Mensch der heutigen Zeit baut auf seine Logik, also denken wir auch hier einmal logisch. Gott kann nichts Geheimnisvolles haben, denn Er ist i n allem die Offenbarung, Sein Gesetz ist der Logos und somit logisch.
Hätte Jesus, der Christus, „der Welt Sünde weggenommen", also die Sünde, die Seelenbelastung der Menschen getilgt - wieso zeigt sich dann die Welt, die Menschheit, so anders, vielfach in den lasterhaftesten Sünden? Wieso ist dann die Erde mit ihrer Natur nicht das Paradies, das Sein der Himmel, das die Christen im Vaterunser herunterbeten wollen?

Und was geschah wirklich? Jesus, der Christus, sagt es in Seinen göttlichen Offenbarungen in dieser Zeit. Bei den Worten am Kreuz „Es ist vollbracht" floß ein Teil Seines geistigen Erbes, der Teilkraft der göttlichen Urkraft, als Erlöserlicht, auch Erlöserfunken genannt, in alle belasteten Seelen ein. In Das ist Mein Wort lesen wir z.B.:
 

Obwohl das Licht des Heils, die Erlösung, in allen Seelen leuchtet, wird trotzdem nur der vollkommen, der seine Seele reinigt und auch rein hält. Meine Erlösertat tilgte nicht die Sünden der Welt, die Sünden aller Seelen und Menschen. Sie ist die Kraft und die Quelle der Kraft für alle, welche die Sünden bereuen und nicht mehr tun. Die Erlösung ist die Stütze der Seele und der Schutz gegen die Auflösung der Seele. Sie ist auch das Licht auf dem Weg zum Herzen Gottes. (S. 913)
Allein der Glaube an Mich, den Erlöser aller Seelen und Menschen, bewirkt nicht die Reinheit der Seele und des Menschen. (S. 914)

Keiner kommt zum Vater in die Himmel, allein durch Mich, den Sohn Gottes und Mitregenten der Himmel, welcher der Erlöser aller Seelen und Menschen wurde. (S. 876)

Die Kirche aber, die sich selbst zum Heilsbringer erhob, lehrte und lehrt: Nur die, die durch das Sakrament der Taufe in Christus wiedergeboren sind, empfangen die Wohltat Seines Opfers. Die Kirche will auf diese Weise wie ein „Sieb" wirken, durch das nur ihre Schäfchen durchgehen.

Obwohl er für alle gestorben ist (2 Kor 5, 15), empfangen doch nicht alle die Wohltat seines Todes, sondern nur die, denen Anteil gegeben wird am Verdienst seines Leidens ... (Neuner-Roos, Der Glaube der Kirche, 12. Aufl. 1986, Nr. 793)
Diesen Anteil gewinnen die Menschen durch die Taufe:
... denn durch diese Wiedergeburt wird ihnen in Kraft des Verdienstes seines Leidens die Gnade geschenkt, durch die sie gerecht werden. (Nr. 793)
Werkzeugliche Ursache ist das Sakrament der Taufe, d.i. das Sakrament des Glaubens, ohne den nie jemand die Rechtfertigung empfängt. (Nr. 799)
Statt die Gläubigen Christus zuzuführen, band und bindet die Kirche diese an sich durch die Taufe und die weiteren Sakramente, gespendet von Priestern, die angeblich Jesus dazu eingesetzt hat. Doch Jesus war gegen das Priestertum. Er sagte: Ihr sollt euch nicht Rabbi nennen lassen. Er hat sich niemals zum Priester erhoben.
Lese ich vom „Erlösungsopfer" und daß Jesus die Sünden aller Menschen auf sich genommen haben soll, dann denke ich unwillkürlich an das Sündopfer im 3. Buch Mose, Levitikus:

Nach dem Tod der beiden Söhne Aarons, die umgekommen waren, als sie vor den Herrn hintraten, redete der Herr mit Mose. Der Herr sprach zu Mose: Sag deinem Bruder Aaron, er soll nicht zu jeder beliebigen Zeit das Heiligtum hinter dem Vorhang vor der Deckplatte der Lade betreten. Dann wird er nicht sterben, wenn ich über der Deckplatte in einer Wolke erscheine.
Aaron darf nur so in das Heiligtum kommen: mit einem Jungstier für ein Sündopfer und einem Widder für ein Brandopfer. Ein geweihtes Leinengewand soll er anhaben, leinene Beinkleider tragen, sich mit einem Leinengürtel gürten und um den Kopf einen Leinenturban binden. Das sind heilige Gewänder; deshalb soll er seinen ganzen Körper in Wasser baden und sie erst dann anlegen. Von der Gemeinde der Israeliten soll er zwei Ziegenböcke für ein Sündopfer und einen Widder für ein Brandopfer erhalten.
Hat er den Jungstier für seine eigene Sünde dargebracht und sich und sein Haus entsühnt, dann soll Aaron die beiden Ziegenböcke nehmen und sie vor dem Herrn am Eingang des Offenbarungszeltes aufstellen. Für die beiden Böcke soll er Lose kennzeichnen, ein Los „für den Herrn" und ein Los „für Asasel". Aaron soll den Bock, für den das Los „für den Herrn" herauskommt, herbeiführen und ihn als Sündopfer darbringen. Der Bock, für den das Los „für Asasel" herauskommt, soll lebend vor den Herrn gestellt werden, um für die Sühne zu dienen und zu Asasel in die Wüste geschickt zu werden. Aaron soll den Jungstier für sein eigenes Sündopfer herbeibringen lassen, um sich und sein Haus zu entsühnen, und diesen Jungstier als Sündopfer für sich schlachten. (16, 1-11)

Die ersten Urchristen kannten keine Zeremonien

Bis zu Seinem Tod am Kreuz hatte Jesus so manche Vorbereitung getroffen, um Seine Lehre vielen Menschen in aller Welt kundzutun. Er sandte z.B. Männer und Frauen hinaus, um die Botschaft vom kommenden Reich Gottes zu verkünden. Er lehrte und schulte einige Apostel, die dann nach Seinem Hinscheiden christliche Gemeinschaften gründeten. In diesen Gemeinden, später Urgemeinden, sprach der Prophetische Geist und führte die ersten Christen. Christus also führte Seine Gemeinden über das Prophetische Wort. Beim letzten Abendmahl, als Jesus, wie so oft bei solchem Zusammensein, das Brot brach - das uns auch nur zum Teil überliefert ist -, sprach Er: Tut dies zu meinem Gedächtnis (Lk 22, 19), was besagt, daß Menschen in Seiner Nachfolge das Brot teilen sollen.
Was heißt: Brot teilen?
In einer Gemeinschaft Inneren Lebens, in der alle untereinander gleichgestellt sind, in der jeder frei ist, da er sich nicht durch Neid, durch Sein- und Habenwollen und dergleichen bindet, sondern gern tut, wie Gott geboten hat, bestehen Brüderlichkeit - einer ist dem anderen Bruder, Schwester und Freund - und Einheit, die Verbundenheit durch das gemeinsame Ziel. Wer hat, der gibt; jeder wirkt und bringt sich ein zum Wohle des Ganzen nach seinen Fähigkeiten; so ist der gerechte Ausgleich geschaffen, der keinen bevorzugt. Das ist das unpersönliche Leben, das Leben im Geiste Gottes, urchristliches Gemeinschaftsleben.

Die Kirche machte aus der Begebenheit des Brotbrechens im Leben des Jesus eine Zeremonie. Ein Sündopfer letztlich, um die Gläubigen an die Kirche und ihre „heilsnotwendigen" Sakramente zu binden. Diese Bindung verhindert zugleich, daß der Mensch zu Gott in seinem Inneren geht und - aufgrund seiner Erkenntnis, Reue und aktiven Bereinigung - die Befreiung von seiner Sünde durch die erlösende Kraft des Christus-Gottes-Geistes erlangen kann.
Nur das aktive, gesetzmäßige Leben bringt uns den inneren Gewinn, erfüllt unser Herz, stärkt uns, macht uns frei, freudig, gesund und dynamisch. Das gibt unserem Leben den Sinn, den Gehalt - doch niemals Gesten, Riten, Zeremonien; daran ändert sich auch nichts, wenn wir sie noch so oft wiederholen.
Die ersten Christen, etwas später die Urchristen, die sich in der ersten Urgemeinde in Jerusalem unter der Leitung einiger Apostel geistig zu Hause fühlten, die, wie schon gesagt, vom Prophetischen Geist geleitet wurden, kannten weder Zeremonien noch Riten, also keine Kulte. Sie töteten keine Tiere, um sie einem Gott zu opfern; sie töteten auch nicht, um Tiere zu verzehren, ja, sie aßen kein Fleisch. Sie bemühten sich, nach den Geboten Gottes und der Bergpredigt Jesu zu leben, um die innere Kirche, den Tempel, die Seele und den Körper zu reinigen, damit in Seele und Leib der Geist des Christus Gottes wirken kann. Ihr urchristliches Mahl bestand aus dem Brotbrechen und dem Gebet. Sie teilten das Brot unter sich.

Paulus kippte das lebendige Urchristentum, verfälschte die Lehre Jesu und legte das Fundament für eine Staatsreligion und veräußerlichte Kultkirche

Konstantin: Zusammenarbeit von Kirche und Staat. Weiterer Abfall von der Lehre Jesu – die Staatskirche, äußere Machtreligion

Der Theologe skizziert nun die weitere Entwicklung des Christentums bis Konstantin: In den ersten drei Jahrhunderten kam es oft zur Verfolgung von Christen, doch in Anlehnung an Paulus reagierten viele verstärkt mit Anpassung und Unterordnung unter den Staat, um den Nachweis zu erbringen, daß ihnen Unrecht geschieht. Für die Leitung der Gemeinden waren zunächst Älteste, Propheten und ein „Engel" verantwortlich, der durch ein kompromißloses Leben in der Nachfolge Jesu die Verbindung zu Gott aufrecht erhielt (vgl. Off 2 und 3: Sendschreiben an die „Engel" der Gemeinden). Doch Engel und Propheten konnten sich nur wenige Jahre halten. Paulus erwähnte zwar „Erscheinungen und Offenbarungen des Herrn", lenkte aber die Aufmerksamkeit verstärkt auch auf seine Person und stellte sich drohend möglichen Offenbarungen entgegen, die seine Lehre in Frage stellen könnten: Wenn wir oder ein Engel vom Himmel euch ein Evangelium predigen würden, das anders ist, als wir es euch gepredigt haben, der sei verflucht. (Gal 1,8)
Paulus (oder ein Schüler, der seinen Namen verwendete) ermächtigte schließlich die Paulusanhänger Timotheus und Titus, einen Bischof neben den Ältesten als Leiter der Gemeinde einzusetzen. So heißt es im 1. Timotheusbrief in der Bibel: Wenn jemand ein Bischofsamt begehrt, der begehrt eine hohe Aufgabe. (3, 1)
Bereits Anfang des 2. Jahrhunderts entwickelte sich aus diesen Maßnahmen eine feste hierarchische Institution mit dem Bischof an der Spitze, eine Stufe darunter die Ältesten, eine weitere Stufe darunter die Diakone, und die Bischöfe leiteten die Gemeinden bald wie Könige, man spricht vom „monarchischen Episkopat". Den Bischöfen folgten bald die für größere Regionen zuständigen Metropolitanbischöfe bzw. „Patriarchen", und aus dem Bischof der Hauptstadt Rom wurde der „Papst".
Immer mehr bemühten sich Amtsträger offenbar um das Ansehen und die Gesellschaftsfähigkeit der Gemeinden, wohl auch, um eventuellen Verfolgungen vorzubeugen. Urchristliche Prinzipien traten noch weiter in den Hintergrund oder wurden aufgegeben. Schon Paulus billigte z.B. die Sklaverei, und auch in den Gemeinden gab es Sklavenhalter. Als Konsequenz dieses Obrigkeitsdenkens befürworteten immer mehr Gemeindeglieder auch den Kriegsdienst für Christen.
Wie es weiterging, faßt ein Leser der Bücher von Karlheinz Deschner zusammen:
Diese Entwicklung kam Kaiser Konstantin, geboren um 285, gerade recht. Er verbündete sich sehr bald mit der Kirche. Diese Symbiose von Staat und Kirche, eine klassische Kumpanei - nach dem Prinzip: eine Hand wäscht die andere; eine Krähe hackt der anderen das Auge nicht aus -, erwies sich als außerordentlich wirksamer und langlebiger Zweckverband zur Beherrschung und Manipulation von Untertanen. Die Macht, die „Gewalt" des Staates liierte sich mit der Autorität „Gottes" - ein unschlagbares Druck- und Zuchtmittel, um praktisch alles im Volk durchzusetzen, was man wollte.
Bei Karlheinz Deschner in der Kriminalgeschichte des Christentums finden wir darüber ein ausführliches Kapitel (Band 1, S. 213 ff): Konstantin wurde um 285 im heutigen Bulgarien geboren. Sein Vater war Militärtribun und ab 305 Kaiser (oberster Herrscher) im westlichen Teil des römischen Reiches, das damals durch Diokletian zur besseren Regierbarkeit in vier Teile geteilt worden war.
Konstantin war wie sein Vater sehr kriegerisch und außerdem grausam. Er führte ständig Krieg gegen verschiedene germanische Stämme. Besiegte Gegner ließ er in großer Zahl den Bestien im Zirkus vorwerfen, zwei besiegte Fürsten von Bären zerfleischen.
Sodann brachte Konstantin in einem zehnjährigen Bürgerkrieg die drei anderen Mitkaiser unter seine Herrschaft, wobei er sich zeitweise mit einem von ihnen, Licinius, verband und diesem dann, nachdem Licinius den Mitkaiser Maximin aus dem Weg geräumt hatte, selbst in den Rücken fiel. Zuvor hatte sich Konstantin als erstes des Konkurrenten Maxentius entledigt - in der berühmten Schlacht an der Milvischen Brücke (312), wo er angeblich den Traum empfangen hatte: „In diesem Zeichen wirst du siegen."
Die Anhänger und Familien der jeweils im Kampf unterlegenen Gegner wurden erbarmungslos ausgerottet. Dem zuletzt besiegten Licinius hatte Konstantin Schonung geschworen - doch ein Jahr später ließ er ihn ebenfalls erwürgen.
Konstantins Grausamkeit machte auch vor der eigenen Familie nicht Halt. Der britische Historiker Shelly schreibt dazu: „Dieser kaltblütige und scheinheilige Rohling durchschnitt seinem Sohn die Kehle, erdrosselte seine Frau, ermordete seinen Schwiegervater und seinen Schwager ...", wobei dies nicht eigenhändig zu verstehen ist. Seine Frau ließ er töten, weil ihr ein (unbewiesener) Ehebruch nachgesagt wurde - er selbst allerdings war ein notorischer Ehebrecher.
Konstantin ließ sich einen prächtigen Palast bauen, kleidete sich in höchstem Pomp und Luxus, ließ sich als „Stellvertreter Gottes" ansprechen, als „unsere Gottheit" (nostrum numen), und von Klerikern als „Heiland" und „Erlöser" feiern.
Damit sind wir bei dem gegenseitigen Nutzen: Konstantin privilegierte die Kirche, diese rechtfertigte im Gegenzug seine maßlose Macht.
Konstantin war zeit seines Lebens, bis unmittelbar vor seinem Tod (337), kein offizieller Christ. Erst ganz zuletzt ließ er sich taufen, und das nicht einmal katholisch, sondern „ketzerisch", nämlich arianisch. In den Anfangsjahren seiner Herrschaft, als er noch in Gallien regierte, förderte Konstantin das Heidentum - auch später legte er sich nicht eindeutig fest, ließ z.B. Münzen mit dem Bildnis des Sonnengottes prägen.
Eine innere Überzeugung kann es also nicht gewesen sein, die Konstantin sich mit der Kirche verbünden ließ.
Entscheidend war: In Gallien gab es wenig Christen. Doch dann machte sich Konstantin daran, Italien zu erobern, wo es schon viele gab. In Kleinasien, das er zuletzt eroberte, stellten die Christen in manchen Regionen die Hälfte der Einwohner. Da war die Hilfe der Kirche willkommen.
Deschner schreibt: Konstantin, von früh an viel gereist, war gut informiert, auch religionspolitisch, zumal über die straffen, fast militärisch disziplinierten, das ganze Imperium umfassenden Kader der Catholica, die geschlossenste Organisation der spätantiken Welt. Und in dieser Kirche sah er wohl so etwas wie das Modell seines eignen Reiches präfiguriert. (S. 242).
Die Zusammenarbeit Konstantins mit der paulinisch geprägten Kirche klappte von Anfang an bestens. Die Kirche entfesselte eine Hetzkampagne gegen seinen ersten Gegner Maxentius. Dieser gilt bis heute als blutrünstiger Christenverfolger und als Ausbund an Schlechtigkeit und Tyrannei. In Wirklichkeit war Maxentius ein fähiger und maßvoller Herrscher, allerdings wenig kriegerisch - und dem Christentum gegenüber tolerant. Nur: Er ließ zwei römische Bischöfe verbannen, weil es nach deren Wahl großen Streit unter den „Christen" gegeben hatte. Maxentius besteuerte alle gleichermaßen, auch die Reichen - und die Kirche stand schon damals nicht auf der Seite der Armen und der weniger kriegsbegabten, also weniger mächtigen Politiker.
Kaum hatte sich Konstantin nach seinem Sieg über Maxentius in Rom eingerichtet, so zeigte er sich erkenntlich: Die Kirche erhielt große Schenkungen an Ländereien, erhielt Kirchenbesitz wieder zurück; allein die Kirche Roms nahm „über eine Tonne Gold und fast zehn Tonnen Silber" (S. 236) in Empfang. Aus der Staatskasse, die er durch Ausbeutung seiner Untertanen füllte, finanzierte Konstantin riesige und prachtvolle Kirchenbauten überall im Reich. Aber nicht nur das: Er befreite die Kleriker von den Abgaben, gab ihnen das Recht, als Erbe eingesetzt werden zu können, also die Erbfähigkeit (die vorher die heidnischen Kulte nur in Ausnahmefällen hatten), gab der Kirche sogar gerichtliche Kompetenzen - gegen den Rechtsspruch eines Bischofs gab es keine Einspruchsmöglichkeiten.
Deschner: Nicht wenige Bischöfe konnten an ihren Amtssitzen schon das Gepräge und Zeremoniell des kaiserlichen Hofs nachahmen. Sie haben Anspruch auf besondere Titel, auf Weihrauch, werden kniefällig begrüßt und sitzen auf einem Thron, der Abbild des göttlichen Thrones ist. Andern predigen sie Demut! (S. 238)
Binnen kurzem war die Kirche so reich und privilegiert, daß Konstantin gegensteuern mußte: Er beschränkte z.B. die Möglichkeit, daß Reiche Kleriker werden konnten - weil sie sich so der Steuerpflicht entziehen wollten! Unter Konstantins Nachfolgern wurde auch die Erbfähigkeit der Kirche wieder eingeschränkt - allerdings nicht auf Dauer.

Eine Hand wäscht die andere: Schon 314 beschloß die Kirche, daß ab sofort vom Kriegsdienst desertierende Christen auszuschließen seien - eine Kehrtwendung um genau 180 Grad, denn vorher wurde ausgeschlossen, wer in den Kriegsdienst trat.
Die Rollen war klar verteilt: Der Kaiser hatte das Sagen, auch in religiösen Dingen - er berief z.B. 325 das Konzil von Nicäa ein und diktierte das von da an gültige Glaubensbekenntnis. Der Kaiser war oberster, gottgleicher Herrscher - die kirchlichen Würdenträger kamen gleich nach ihm, lebten oft in demselben Prunk. Und sie bedankten sich ihrerseits, indem sie die Macht des Kaisers und seine Kriege rechtfertigten, seine Untaten zudeckten und ihm ständig mit Schmeicheleien ohnegleichen um den Bart gingen.
Konstantin - das Urbild der Symbiose zwischen Kirche und Staat. Deschner schreibt dazu: Konstantins Vorgänger hatten das Christentum gefürchtet, teilweise bekämpft. Er spannte es durch die Fülle seiner Gunsterweise und Vorrechte für sich ein ... Tatsächlich nahm er den Klerus in Dienst und zwang ihm seinen Willen auf ... Die Kirche wurde zwar mächtig, verlor aber jede Freiheit ... Er und sie [Konstantin und die Bischöfe] machten die Kirche zur Staatskirche ... (S. 242 f)
Konstantin, obwohl selbst kein überzeugter Katholik, ließ der Kirche freie Hand bei der beginnenden Verfolgung Andersdenkender, etwa bei der Zerstörung heidnischer Tempel durch „christlichen" Mob. Offenbar unter klerikalem Einfluß erließ er antijüdische Gesetze - so wurde z.B. der Übertritt eines Christen zum Judentum mit dem Tod bestraft. Konstantin verfolgte auch zeitweilig - aus politischer Taktik heraus, aber bezeichnenderweise nicht ständig - die ketzerischen Bewegungen der Donatisten in Nordafrika und der Markioniten. Die Donatisten in Nordafrika waren gegen ein Bündnis von Thron und Altar und verbündeten sich mit aufständischen Landarbeitern gegen die Großgrundbesitzer. Das war natürlich nicht im Sinne der Kirche und des Staates!
Unter Konstantins Herrschaft taucht - auch kein Zufall - zum ersten Mal das Wort „katholisch" auf als Bezeichnung zur Abgrenzung von sogenannten „Ketzereien".
So weit dieser historische Rückblick.

Die Heilige Schrift - Altes Testament und Neues Testament – „ist inspiriert vom Heiligen Geist"

Die wahre christliche Religion, die des Einwärtswanderns, um das Königreich des Inneren zu erschließen, also das Herz zu öffnen für alle Menschen, auch für alle Tiere, für die Pflanzen- und Mineralwelt wurde von der Priesterkaste dem Saulus und dem Heiden Konstantin geopfert. Und all dies und weitere schreckliche Taten über das Mittelalter hinaus bis in unsere Zeit hinein soll Gott geboten haben. Das bestätigt der Vatikan im Zweiten Vatikanischen Konzil:

Gott ist der Urheber [Autor] der Heiligen Schrift. „Das von Gott Geoffenbarte, das in der Heiligen Schrift schriftlich enthalten ist und vorliegt, ist unter dem Anhauch des Heiligen Geistes aufgezeichnet worden."
Denn die heilige Mutter Kirche hält aufgrund apostolischen Glaubens die Bücher sowohl des Alten wie des Neuen Testamentes in ihrer Ganzheit mit allen ihren Teilen für heilig und kanonisch (sprich: zum geoffenbarten Wort Gottes gehörend), weil sie, auf Eingebung des Heiligen Geistes geschrieben, Gott zum Urheber [Autor] haben und als solche der Kirche übergeben sind." (Zweites Vatikanisches Konzil: „Dei Verbum" 11, zit. nach Katechismus der Katholischen Kirche, Nr.105).
Gott hat die menschlichen Verfasser [Autoren] der Heiligen Schrift inspiriert. „Zur Abfassung der Heiligen Bücher aber hat Gott Menschen erwählt, die ihm durch den Gebrauch ihrer eigenen Fähigkeiten und Kräfte dazu dienen sollten, all das und nur das, was er - in ihnen und durch sie wirksam - selbst wollte, als wahre Verfasser {Autoren] schriftlich zu überliefern" (Nr. 106).

„Ich, der Herr, wandle mich nicht ..." Gottesworte gegen Tieroper durch Propheten nach Mose

Vergegenwärtigen wir uns noch einmal, was Gott durch Maleachi sprach: „Ich, der Herr, wandle mich nicht ..." Er ist ewig Derselbe; Sein Wesen wurde uns nahegebracht durch Jesus. Gott offenbarte sich als Der, der Er ist, durch alle wahren Gottespropheten. Wir lesen im Folgenden einige Gottesworte aus dem Alten Testament:

Durch Jesaja spricht Er:

Was soll ich mit euren vielen Schlachtopfern?, spricht der Herr. Die Widder, die ihr als Opfer verbrennt, und das Fett eurer Rinder habe ich satt; das Blut der Stiere, der Lämmer und Böcke ist mir zuwider. (Jes 1,11)

Und weiter:

Bringt mir nicht länger sinnlose Gaben, Rauchopfer, die mir ein Greuel sind.
Oder würde Jesus - so Er als Mensch unter uns wäre - Jesaja zitieren: (1, 13)
  
Wenn ihr eure Hände ausbreitet, verhülle ich meine Augen vor euch. Wenn ihr auch noch so viel betet, ich höre es nicht. Eure Hände sind voller Blut. Wascht euch, reinigt euch! Laßt ab von eurem üblen Treiben! Hört auf, vor meinen Augen Böses zu tun! (1, 15-16)

 

Im Katechismus der Katholischen Kirche: „Gott hat die Tiere unter die Herrschaft des Menschen gestellt ..."

Wer bei den sogenannten „christlichen" Kirchen nach dem Herzen für Tiere sucht, der bemüht sich ebenso vergebens wie beim Suchen nach dem Herzen für Menschen. Im Katechismus der Katholischen Kirche 1993, in diesem Traktat aus Rom, das ca. 800 Seiten hat, lesen wir lediglich auf Seite 609 und 618 folgendes über Tiere:

Das siebte Gebot verlangt auch, die Unversehrtheit der Schöpfung zu achten. Tiere, Pflanzen und leblose Wesen sind von Natur aus zum gemeinsamen Wohl der Menschheit von gestern, heute und morgen bestimmt. Die Bodenschätze, die Pflanzen und die Tiere der Welt dürfen nicht ohne Rücksicht auf sittliche Forderungen genutzt werden. Die Herrschaft über die belebte und die unbelebte Natur, die der Schöpfer dem Menschen übertragen hat, ist nicht absolut; sie wird gemessen an der Sorge um die Lebensqualität des Nächsten, wozu auch die künftigen Generationen zählen; sie verlangt Ehrfurcht vor der Unversehrtheit der Schöpfung. (Nr. 2415)

Tiere sind Geschöpfe Gottes und unterstehen seiner fürsorgenden Vorsehung. Schon allein durch ihr Dasein preisen und verherrlichen sie Gott. Darum schulden ihnen auch die Menschen Wohlwollen. Erinnern wir uns, mit welchem Feingefühl die Heiligen, z.B. der hl. Franz von Assisi und der hl. Philipp Neri, die Tiere behandelten. (Nr. 2416)

Gott hat die Tiere unter die Herrschaft des Menschen gestellt, den er nach seinem Bild geschaffen hat. Somit darf man sich der Tiere zur Ernährung und zur Herstellung von Kleidern bedienen. Man darf sie zähmen, um sie dem Menschen bei der Arbeit und in der Freizeit dienstbar zu machen. Medizinische und wissenschaftliche Tierversuche sind in vernünftigen Grenzen sittlich zulässig, weil sie dazu beitragen, menschliches Leben zu heilen und zu retten. (Nr. 2417)

Es widerspricht der Würde des Menschen, Tiere nutzlos leiden zu lassen und zu töten. Auch ist es unwürdig, für sie Geld auszugeben, das in erster Linie menschliche Not lindern sollte. Man darf Tiere gern haben, soll ihnen aber nicht die Liebe zuwenden, die einzig Menschen gebührt. (Nr. 2418)

Der Schöpfer hat dem Menschen das Recht gewährt, über die Rohstoffe, Pflanzen und Tiere der Welt zu verfügen. Dabei muß aber der Mensch die sittlichen Verpflichtungen achten, auch gegenüber den kommenden Generationen. (Nr. 2456)

Die Tiere sind dem Menschen unterstellt, der ihnen Wohlwollen schuldet. Sie können einer gerechten Befriedigung menschlicher Bedürfnisse dienen. (Nr. 2457)
Es mutet paranoisch an, wenn man z.B. liest: Tiere, Pflanzen und leblose Wesen sind von der Natur aus zum gemeinsamen Wohl der Menschen von gestern, heute und morgen bestimmt. Gott, der das Leben ist, hat niemals etwas Lebloses geschaffen. Es gibt in der ganzen Schöpfung kein „lebloses Wesen" und keine „unbelebte Natur". Das ist, wie so vieles, die Interpretation von Menschen, die das Leben nicht erfasssen, die sich selbst als Schöpfer aufspielen und ihr Spiel mit den einfältigen Gläubigen treiben, mit denen, die ihr Gehirn nicht anstrengen, um der ganzen paranoischen Scheinheiligkeit auf den Grund zu gehen. Hätte Gott leblose Wesen geschaffen oder unbelebte Aspekte der Natur, dann gäbe es kein allumfassendes Leben, das Gott ist, sondern einen Teil „lebloser Masse"; doch es gibt keine Form, keine Substanz, keine Masse ohne Leben. Das Leben erhält die Form. Zerfällt die Form, gleich Masse, dann geht das Leben in einen anderen Aggregatzustand über.
Gott ist unbegrenztes, ewiges Leben. Gott ist die Liebe. Seine Liebe legte Er in die folgenden sinngemäßen Worte: Macht euch die Erde untertan. - Die Natur ist Gottes Schöpfung. Sie dient uns zur Freude. Es soll uns ein Anliegen sein, uns als Einheit mit der Natur zu sehen und danach zu leben. Doch das sogenannte gemeinsame Wohl, das von den Kirchen ausgesprochen wird, ist Ausbeutung zum Wohlergehen des Menschen auf Kosten der Tiere, Pflanzen und Mineralien.

Nutzung der Tiere – doch „nicht ohne Rücksicht auf sittliche Forderungen". „Tiere sollst du nicht lieben"

Weiter heißt es im Katechismus der Katholischen Kirche auf Seite 609: Die Bodenschätze, die Pflanzen und die Tiere der Welt dürfen nicht ohne Rücksicht auf sittliche Forderungen genutzt werden.
Was wohl die Kirche mit den sittlichen Forderungen meint? Eventuell unsere heutigen Schlachthöfe, die Totenlager der gequälten und getöteten Tiere sind, die als Kadaver der „moralisch hochstehenden Gesellschaft" dienen.
Vielleicht ist mit „sittlichen Forderungen" auch gemeint, daß man die Tiere nicht direkt vor den Augen ihrer „Verbraucher" umbringt, diesen die Todesschreie nicht zumutet, sondern diese mörderischen Prozeduren hinter dicken Wänden von Schlachthäusern verbirgt?
Stellen wir uns vor, der Hotelgast, der ein „Boeuf Stroganoff" bestellt, müßte zunächst in die angstvoll aufgerissenen Augen eines Stieres blicken und miterleben, wie er geschlachtet, gleich hingemetzgert, noch zuckend aufgeschnitten, gehäutet, zersägt und zerhackt wird, während penetranter Blutgeruch den feinen Gast umwehen würde, bis schließlich die Kadaverteile, die erforderlichen, gut abgehangenen Fleischstücke, dem Koch des Hotels zur Zubereitung des leckeren Mahls übergeben werden.
Womöglich würde dieser Hotelgast am Ende das Menü nicht mehr wollen? Da ist Rücksichtnahme fürwahr eine berechtigte „sittliche Forderung"! Vielleicht wäre sein ästhetisches Empfinden unangenehm berührt, oder er könnte der Ansicht sein, daß diese Zumutung gegen die Regeln des Anstandes verstoße? Unter Umständen würde sich nicht nur der Magen des Gastes umdrehen, sondern auch das „sittliche" Feingefühl regen? Deshalb sollte mit Recht die besagte „Rücksichtnahme auf sittliche Forderungen" bei der „Nutzung der Tiere" bzw. ihrer Leichenteile nicht außer acht gelassen werden.
Auch könnte eine sittliche Forderung darin bestehen, daß die Nutzung der Tiere zu Versuchszwecken oder die Nutzung der Tiere in der Massentierhaltung oder als Pelzlieferant oder andere übliche Formen der Nutzung, Benutzung und Verwendung möglichst ohne Belästigung der nervenschwachen oder zu Sentimentalität neigenden Menschen zu geschehen habe?
Eventuell ist es auch der Rücksichtnahme auf sittliche Forderungen zu verdanken, daß in Labors und wissenschaftlichen Versuchsräumen Tieren, die genutzt und benutzt werden, z.B. Hunden, Affen, Schweinen usw., die Stimmbänder durchschnitten werden? Ihr Schreien, Weinen, Klagen, Seufzen und andere Laute könnten ja bei Passanten auf der Straße Anstoß erregen. Oder die Laute der „verwendeten" Tiere könnten gar die gewiß nervenstarken, gemütsgestählten und von Gewissensregungen wenig angefochtenen Wärter, Laborgehilfen, Ärzte und andere Mitarbeiter am Fortschritt der Wissenschaft irritieren, wenn diese mal einen empfindlichen Tag haben. Das kann ja jedem von Zeit zu Zeit passieren - oder?

Stellung der Tiere im evangelischen Glauben. „Lammfleisch Gottes" – der Metzger, ein säkularisierter Priester?

Nach Auskunft eines in evangelischer Theologie Bewanderten spielen die Tiere im evangelischen Glauben keine besondere Rolle. In den bis heute verbindlichen Bekenntnisschriften der evangelisch-lutherischen Kirche von 1530 kommen die Tiere nicht vor.
Martin Luther selbst wird von seinen Gegnern der Völlerei bezichtigt. Fleisch konnten sich damals nur Höhergestellte leisten, für Arme war es die Ausnahme. Vermutlich aß Luther viel Fleisch - seine Körperfülle und auch seine Krankheiten deuten darauf hin. Zu jeder Mahlzeit wurden ihm außerdem zwei Liter Südwein serviert, dazu trank er reichlich Bier.
Als sein Mitstreiter Philipp Melanchton in Nürnberg einkehrte, wurde er wie folgt bewirtet: Schweinekopf und Lendenbraten in saurer Sauce, Forellen und Äschen, Rebhühner mit Kapaun und Hecht in Sülze, Wildschweinbraten mit Pfeffersauce ... So ging’s zu, wenn der Herr Philipp kam ... im Alltag ging es bescheidener zu. (Aus: Veranstaltungen in Luthers Landen, Kulturmagazin für Sachsen-Anhalt und Thüringen, 1997, S. 12)
Wie sagte noch der „kleine Prinz"?: Man sieht nur mit dem Herzen gut. - Eventuell würde er heute zu uns auch sagen: Man liest nur mit dem Herzen gut, nämlich in einem Artikel der ZEIT vom 2. April 1998 mit der Überschrift Lammfleisch Gottes. In diesem Artikel geht es um die Verbindung, die zwischen Metzgern und Priestern besteht; er schließt mit dem Satz: Die christliche Theologie hat angesichts einer geschöpfvergessenen Tradition, die die nichtmenschliche Schöpfung von der Frohen Botschaft ausschließt, das Ihrige jedenfalls noch nicht getan.
Hier die auszugsweise Wiedergabe des Textes:

Die Fleischergesellen-Bruderschaft in der Friedenskirche im Wilhelmshavener Stadtteil Federwardergroden feiert ihr hundertjähriges Jubiläum. Höhepunkt des ökumenischen Gottesdienstes ist die Segnung der zu diesem Anlaß neu angefertigten Innungsfahne, die das christliche Osterlamm mit der Auferstehungsfahne zeigt. „Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, erbarm dich unser", hatte die Gemeinde kurz zuvor noch gesungen.
Doch der Jubiliäumsgottesdienst der Wilhelmshavener Fleischerinnung erregt Anstoß. Die Tierrechtsbewegung aus dem Nachbarort Schortens konfrontiert die Geistlichen mit einer überraschenden Frage: Wie können die Kirchen es dulden, daß das Christuslamm als Symbol auf der Fahne von Tiermördern prangt? Hilflos reichen die Kleriker diese Frage an die Metzger weiter, die sich mit dem Hinweis auf das hohe Alter ihres Zunftsymbols verteidigen.
Nur eine Episode. Aber sie führt zu der bangen Frage: Was haben Metzger und Gottesmänner miteinander zu tun?
Pikanterweise beruft sich die Metzgergilde auf die rituelle Tieropferpraxis der Priester: „Wenn eine Innung ist, der Ruhm und Lob geziemt, so ist’s die Fleischer-Zunft, die an sich hochberühmt, und auch dem Ursprung nach; denn wie erwiesen worden, entspringet sie ja selbst aus dem Leviten-Orden, die da im alten Bund das Opfer-Vieh geschlacht’t, so man auf dem Altar dem Höchsten dargebracht", heißt es in einem alten Fleischerzunftlied, das die Jubiläumsschrift der Fleischer-Innung Heilbronn zitiert."

Und der Verfasser des Artikels stellt nun die Frage: Der Metzger, ein säkularisierter Priester? ...
Die älteste erhaltene Zunftfahne, das „Venli" der Berner Metzger aus dem 15. Jahrhundert, zeigt beide Motive, Christuslamm mit Auferstehungsfahne und einen Stier, über dem drohend zwei Hackebeile schweben.
Die folgende Schilderung einer „individuellen Schauschlachtung" kann dem, der mit dem Herzen liest, manches sagen:

Es kracht ein Schuß. Der Metallbolzen dringt in das Gehirn des Schweins. Die Augen brechen. Das Tier stürzt zu Boden. Zwei Metzger wälzen den Tierkörper zur Seite, einer hält die zappelnden Hinterläufe, der andere, der Meister, Vorderläufe und Kopf des Schweins. Blitzschnell durchbohrt er die Kehle des Tieres. Die Metzgersfrau eilt mit einer kleinen Eisenwanne herbei, um das hervorschießende Blut des Tieres aufzufangen. Immer noch heftiges Zappeln und Treten des ausblutenden Körpers.
Der Metzger streichelt den Kopf des Schweins und erklärt der beiwohnenden Vegetariergruppe sowie dem umstehenden Fernsehteam: „Das Tier kann sich nicht wehren. Es ist mir völlig ausgeliefert. Ich fühle mit meiner Hand, wie das Leben aus ihm entweicht." Währenddessen taucht seine Gattin mit vor Spannung und Mitleid verzerrten Gesichtszügen ihre Hand in den tiefroten Saft des Lebens, der noch unruhig im Metzgereimer schäumt.
Nach einer halben Stunde hängt das Tier bereits rasiert und ausgenommen kopfüber am Metzgergestell. Die Spannung der überlebenden Beteiligten wird durch eine Runde klaren Schnaps gelöst. „Jetzt ist es kein Tier mehr, jetzt ist es Fleisch! Prost!"
Der Metzger, „Herr über Leben und Tod": ... Er „streichelt den Kopf des Schweins." - „Ich fühle mit meiner Hand, wie das Leben aus ihm entweicht." Lassen Sie Ihr Gefühl sprechen.
In Fleischfabriken, in denen 700 Schweine pro Stunde im Akkord geschlachtet werden, sind die Bedingungen für ein gleichsam „humanes" Vorgehen bei diesem für die „Nutzung" der Tiere zu Ernährungszwecken unumgänglichen Vorgangs natürlich nicht gegeben.
Weiter heißt es in dem Artikel: Aufschlußreich ist der Zusammenhang zwischen Metzger und Kirche, der sich als fünfte Verordnung in der 1651 verfaßten und 1701 in Stuttgart gedruckten Württembergischen Metzgerordnung findet. Bei Strafe eines Guldens wird verboten, „hinfuero keiner underwehrenden Predigten Viech in das Schlachthaus fuehren oder metzgen / wie auch insonderheit deß Nachts". Hier liegt keine tierethische, sondern eine Lärmschutzbestimmung vor. Die Todesschreie des Schlachtviehs sollen weder die Predigt noch die Nachtruhe stören.
Das Osterlamm mit der Auferstehungsfahne ist also offizielles Siegel der Metzgerzunft.

 

Fleischessen – Konzession Gottes an die menschliche Schwäche? Hat Jesus Fleisch gegessen?

In dem Artikel Lammfleisch Gottes ist auch der bedeutsame Satz zu lesen: Fleischessen ist ... eine göttliche Konzession an die menschliche Schwäche. Das kommt der Wahrheit nahe. Vom Christus Gottes in Das ist Mein Wort und aus weiteren Offenbarungen wissen wir, daß der Prophet Mose, der mit dem halsstarrigen Volk zu ringen hatte, das sich teilweise nach den „Fleischtöpfen Ägyptens" zurücksehnte, wohl klar lehrte „Du sollst nicht töten", aber es schließlich schweigend hinnahm, daß im Volk dennoch Fleisch gegessen wurde. Also ganz richtig: Eine Konzession an die menschliche Schwäche - nur keine göttliche Konzession.

So mancher, der gern Fleisch ißt, redet sich mit dem Argument heraus, Jesus habe, wie in der Bibel berichtet wird, doch auch das Osterlamm gegessen. Doch hören wir zu dieser Frage Ihn selbst:

Weder von den Aposteln noch von den Jüngern wurde angeordnet, ein Lamm zu schlachten. Doch sowohl Mir als auch den Aposteln und Jüngern wurden Teile eines zubereiteten Lammes als Gabe der Liebe gereicht. Unsere Nächsten wollten uns damit beschenken, da sie es nicht besser wußten. Ich segnete die Gabe und begann, das Fleisch zu Mir zu nehmen. Meine Apostel und Jünger taten es Mir gleich. Anschließend stellten sie Mir sinngemäß die Frage: Wir sollen doch vom Fleischverzehr Abstand nehmen. So hast du uns befohlen. Nun hast Du selbst Fleisch verzehrt.
Ich unterwies die Meinen: Der Mensch soll kein Tier mutwillig töten und auch nicht das Fleisch von Tieren verzehren, die zum Fleischverzehr getötet wurden. Doch wenn Menschen, die noch unwissend sind, Fleisch als Nahrung zubereitet haben und es dem Gast zum Geschenk machen und ihm zum Gastmahl reichen, dann sollte der Gast die Gabe nicht ablehnen. Denn es ist ein Unterschied, ob der Mensch aus Gier nach Fleisch dieses verzehrt oder als Dank an den Gastgeber für seine Mühe.
Der Wissende sollte jedoch, wenn es ihm möglich ist und es die äußeren Umstände und die Zeit erlauben, dem Gastgeber allgemeine Hinweise geben, ihn jedoch nicht eines Besseren belehren wollen. Wenn die Zeit reif ist, wird auch der Gastgeber diese allgemeinen Hinweise verstehen.
Zur selbstlosen Liebe gehören in dieser Welt auch Verständnis und Toleranz. Laßt jedem Menschen den freien Willen, ob er eure allgemeinen Hinweise verstehen und annehmen möchte oder nicht. Wenn ihr allezeit selbstlos denkt, sprecht und handelt, dann bleibt ihr in der Liebe, und die Liebe wird euch segnen. Was euch dann als Gabe der Liebe gereicht wird, ist gesegnet. (Das ist Mein Wort, S. 809-810)

Jesus aß also kein Fleisch, denn Er lebte das Gesetz Gottes.

Aussagen über Tiere im evangelischen Katechismus

Im evangelischen Katechismus steht wenig über die Tiere. Für die Institutionen Kirche sind Tiere nur wenig mehr als eine Sache und somit keiner eingehenden Betrachtung wert. Das geht aus dem Artikel „Lammfleisch Gottes" in der ZEIT hervor. Ich zitiere die wenigen Anmerkungen über Tiere aus dem Evangelischen Erwachsenenkatechismus (5. Aufl., 1989):

Jesus von Nazareth zum Thema „Tiere" In der Christusoffenbarung „Das ist Mein Wort"

Die Kirche schweigt, jedoch Jesus, der Christus, redet und offenbart sich auch in der heutigen Zeit. In dem Buch Das ist Mein Wort offenbart Er unter vielem anderen das ewige Gesetz der Liebe in bezug auf Tiere. Aus den vielen Hinweisen, Lehren und Unterweisungen über die Tiere möchte ich hier nur einige Auszüge wiedergeben.
Seid also rücksichtsvoll, gütig, mitfühlend und freundlich nicht allein mit euresgleichen, sondern auch mit aller Kreatur, die in euerer Obhut ist; denn ihr seid für sie wie Götter, zu denen sie aufblicken in ihrer Not. Hütet euch vor dem Zorn, denn viele sündigen im Zorn und bereuen es, wenn ihr Zorn vergangen ist." (S. 186)

Schlachtet nie ein Tier für euren persönlichen Gebrauch. Sehet, die Natur, das Leben der Schöpfung, sorgt für euch. Die Früchte des Feldes, der Gärten und der Wälder sollen euch genügen. Und zertretet niemals mutwillig Leben, weder das der Tiere noch das der Pflanzen. Wer mutwillig das Leben zertritt, der schafft Ursachen. Er tritt gleichsam auf sein eigenes Leben und wird darunter leiden. (S. 187)

Gesegnet seid ihr in dem inneren Kreise, die ihr Mein Wort hört und denen die Geheimnisse enthüllt werden, die ihr kein unschuldiges Geschöpf gefangen nehmt oder tötet, sondern die ihr das Gute suchet in allem; denn solchen gehört ewiges Leben. (S. 201)

Nur die Seele und der Mensch, die von Meinem Geiste erfüllt sind, halten, was Ich ihnen geboten habe. Menschen des Geistes werden keine unschuldigen Geschöpfe gefangennehmen, gefangenhalten oder gar töten. Wer in der Wahrheit lebt, der weiß, daß in jeder Kreatur die unendliche Liebe waltet und wirkt. (S. 203)
Der Ichbezogene, der Herrenmensch, erwartet, daß seine Mitmenschen ihm dienen. Er verlangt auch vom Tier, daß es über seine Möglichkeiten und Kräfte hinaus ihm dient. Er selbst bestimmt - und dient nicht. Deshalb fügt er Menschen und Tieren unsagbare Qualen zu. Wenn der Mensch seine Mitmenschen zu seinen Abhängigen - gleichsam zu Sklaven - macht, dann wird er auch die Tiere unterjochen. Wer nicht mehr auf sein Gewissen hört, der wird hartherzig gegenüber Mensch und Tier ... Er spürt dann auch nicht mehr, was sein Nächster und das Tier benötigen. Wenn die Sinne des Menschen verroht sind, dann ist der ganze Mensch gefühlsarm. (S. 208)
Jesus zog nach Jerusalem und begegnete einem Kamel mit einer schweren Last Holz. Das Kamel konnte sie nicht den Berg hinaufschleppen, und der Treiber schlug es und mißhandelte es grausam, aber er konnte das Tier nicht von der Stelle bringen.
Und als Jesus es sah, sprach Er zu ihm: „Warum schlägst du deinen Bruder?" Und der Mann erwiderte: „Ich wußte nicht, daß es mein Bruder ist. Ist es nicht ein Lasttier und dazu gemacht, mir zu dienen?"

Und Jesus sprach: „Hat nicht derselbe Gott aus dem gleichen Stoffe dieses Tier geschaffen und deine Kinder, die dir dienen, und habet ihr nicht denselben Atem beide von Gott empfangen?" (S. 432)

 

Steht nicht geschrieben in den Propheten: Nehmt eure Blutopfer und eure Brandopfer und weg mit ihnen! Höret auf, Fleisch zu essen; denn Ich sprach darüber nicht zu euren Vätern noch habe Ich es ihnen befohlen, als Ich sie aus Ägypten führte ... (S. 444)

Im Gesetz Gottes steht weder etwas von Blut- noch von Brandopfer, noch vom bewußten Töten der Tiere und auch nicht vom Verzehren des Fleisches der Tiere ...
Es ist Gesetz: Der Mensch soll Gerechtigkeit und Barmherzigkeit üben und demütig wandeln zum Reiche Gottes des Inneren, wo die wahre und ewige Heimat der Seele ist...

Von Anfang an hat Gott den Menschen die Früchte, die Samen und die Kräuter zur Nahrung gegeben ... (S. 446)

Wer unschuldiges Blut vergießt, wer Fleisch verzehrt, der ist unbarmherzig und wird an sich selbst seine Unbarmherzigkeit zu erdulden haben. (S. 447)

Jesus kam in ein Dorf und sah dort eine kleine Katze, die herrenlos war, und sie litt Hunger und schrie zu Ihm. Und Er nahm sie hoch, hüllte sie in Sein Gewand und ließ sie an Seiner Brust ruhen.

Und als Er durch das Dorf ging, gab Er der Katze zu essen und zu trinken. Und sie aß und trank und zeigte Ihm ihren Dank. Und Er gab sie einer Seiner Jüngerinnen, einer Witwe mit Namen Lorenza, und sie sorgte für sie. (S. 450-451)

 

Und einige Seiner Jünger kamen zu Ihm und sprachen zu Ihm über einen Ägypter, einen Sohn des Belial, der lehrte, daß es nicht wider das Gesetz sei, die Tiere zu quälen, wenn ihr Leiden den Menschen Nutzen bringe ... (S. 473)

Wer Tiere jagt, wird einst selbst gejagt werden.
Wer Tiere quält, wird einst selbst gequält werden ...
Wer Tiere quält oder tötet, dessen Hände sind mit Blut befleckt. Wer das Fleisch der Tiere verzehrt, die Natur verunreinigt und schändet, der ist unrein. Solche Menschen können weder mit heiligen Dingen umgehen noch die sogenannten „Geheimnisse" der Himmel erfahren und so auch nicht das Gesetz der Himmel lehren und auslegen. (S. 474)

Die sogenannte Geistlichkeit, die gegen die Natur, gegen die Liebe zum Tier spricht, die Fleisch und Fisch verzehrt, kann mit heiligen Dingen nicht umgehen und die „Geheimnisse" der Himmel nicht ergründen und das Gesetz der Himmel nicht lehren und auslegen. Es sind die blinden Führer, die wiederum Blinde in die Grube führen. Es sind geistig Tote, die sich wiederum nur mit geistig Toten beschäftigen, die sie dann umgeben.

Und Ich sage euch wiederum: Jeder, der den Körper irgendeines Geschöpfes zur Nahrung, zum Vergnügen oder zum Gewinn zu besitzen sucht, verunreinigt sich hierdurch. (S. 556)

Denn wer Mensch oder Tier Gewalt antut und das Leben mißachtet, der versündigt sich am Leben des Menschen oder des Tieres. ... Alle Lebensformen tragen in sich das Leben aus Gott. Sie spüren, was ihre Nächsten mit ihnen vorhaben, und empfinden es als Freude oder Schmerz. Was der Mensch einem Nächsten oder einer Lebensform antut, das fällt auf ihn zurück. (S. 557)
"... Wisset ihr nicht, was geschrieben stehet? Gehorsam ist besser als Opfer, und horchen besser als das Fett der Widder. Ich, der Herr, Bin überdrüssig eurer Brandopfer und eurer nichtigen Opfergaben, denn eure Hände sind voll Blut.
Und stehet nicht geschrieben: Was ist das wahre Opfer? Waschet euch und reinigt euch und entfernet das Böse vor Meinen Augen; höret auf, Übles zu tun, und lernet, Gutes zu tun. Übet Gerechtigkeit an den Vaterlosen und den Witwen und an allen, welche unterdrückt werden. Und auf diese Weise werdet ihr das Gesetz erfüllen. (S. 557)

Der Tag wird kommen, wo alles, was in dem äußeren Hofe ist und zu den Blutopfern gehört, hinweggenommen wird und die reinen Anbeter den Ewigen in Reinheit und in Wahrheit anbeten werden." (S. 575)

 

Tiere klagen – der Prophet klagt an

Werte Leser, werte Leserinnen, was Sie nun sehen und lesen, das nimmt Sie in die Pflicht, sich zu entscheiden - je nachdem, ob Ihr Herz für die Tiere schlägt: für Gott oder für die Kirche; denn zwei Herren kann man nicht dienen.
Im Namen Gottes oder im Namen der Kirche.

In dem Maße, wie sich die Menschen überschätzen, unterschätzen sie die Tiere.
Viele Menschen sind der Ansicht, sie seien freie Menschen. Die sogenannte Freiheit des Menschen entspricht jedoch seinem Bewußtseinsstand, der oftmals einem Tellerrand gleichkommt, über den er selten hinauszublicken vermag.
Nach den kosmischen Gesetzen ist der Mensch der Mikrokosmos im Makrokosmos.
Im Innersten unseres Seins sind wir Wesen des Lichts, voll ausgereifte Geistwesen, zu denen wir als Mensch wieder werden sollen, denn Jesus von Nazareth sprach: Ihr sollt also vollkommen sein, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist (Mt 5, 48). Die Tiere tragen ebenfalls das Leben aus Gott, doch in ihrem geistigen Leib sind die Kräfte des Lebens, des Gesetzes, Gott, noch nicht voll entfaltet und aktiv. Tiere befinden sich auf einer niedrigeren Evolutionsstufe im Reifungsprozeß hin zur Kindschaft Gottes.
Obwohl wir uns auf dem Weg unserer Menschwerdung durch gegensätzliches Fühlen, Empfinden, Denken, Reden und Handeln verschatteten und mit heruntertransformierten Energien, unseren selbstgeschaffenen Belastungen, ummantelten, bleibt die Verbindung zum ewigen Sein, dem reingeistigen Makrokosmos, abgeschwächt erhalten. Das Leben, Gott, dem wir einst angehörten, ist Einheit, Freiheit, kosmische Unbegrenztheit.
Die Tiere, unsere Übernächsten, können sich nicht belasten. Sie leben - im Gegensatz zu uns Menschen - entsprechend ihrem geistigen Entfaltungsgrad.

Wer sich der kosmischen Gegebenheiten bewußt wird, der wird erkennen, daß der Mikrokosmos, der Mensch, nicht nur begrenzt lebt, sondern in einem Kerker sein Dasein fristet, der seiner engen Wunsch- und Bedürfniswelt entspricht. Gemäß dem Denkvermögen des einzelnen blickt dieser ausschließlich auf seine Begrenzung, die er als „Welt" bezeichnet.
Seine „Freiheit" bezieht der Mensch auf seine kleine oder größere Habe, die er s e i n Eigentum nennt. Sein „Eigentum" ist seine kleine Welt - letztlich seine „Persönlichkeit" mit ihren Meinungen und Vorstellungen, mit ihren Vorurteilen, ihrem Neid, ihrem Dünkel, ihrer Selbstgerechtigkeit und ihrer Abwertung anderer -, die er krampfhaft verteidigt. Der Mensch errichtet, bildhaft gesprochen, um sich dicke Mauern der Abwehr und Ablehnung, und er schießt durch die schmalen Schießscharten argwöhnisch mit Gedankenenergien und Emotionen auf jeden, der ihm womöglich das eine oder andere streitig machen könnte. Seinen „Freiraum", sein sogenanntes „Eigentum", begrenzt er durch die entsprechenden Stop-Zeichen wie Feldmarkierungen, Zäune und Hecken. Sein „Eigentum" vermittelt ihm dann sein „Freiheitsgefühl", das jedoch mit der kosmischen Freiheit nichts gemeinsam hat.

Das Tier hingegen ist frei; der Schöpfer überließ ihm die ganze Erde, die Natur, die keine Abgrenzungen kennt. Auf diese Aussage hin könnte mancher erwidern, daß Tiere, vor allem höhere Lebewesen, auch ihr Umfeld markieren und einen begrenzten Lebensraum haben. Dazu sei folgendes gesagt: Zum einen beinhalten Markierungen der Tiere Botschaften an ihresgleichen. Das Revier eines Tieres ist jedoch zugleich der Lebensraum vieler weiterer Tierarten. Zum anderen sind in der geistigen Tierform noch nicht alle Schöpfungsanlagen, alle geistigen Bewußtseinsaspekte des Lebens - wir können auch sagen: des göttlichen Gesetzes -, entfaltet. Den Grad der Bewußtseinsentfaltung können wir den Bewußtseinsstand nennen. Die Lebensbereiche der Tiere, auch der Tiere im irdischen Körper, entsprechen ihrem derzeitigen Bewußtseinsstand, der in sich die weiteren Evolutionsstufen trägt.
Jede Evolutionsstufe eines Tieres entspricht also seinem Bewußtseinsstand, den der Makrokosmos, das Allgesetz, ganz allmählich im Tier aus- und aufbaut. Das heißt, jedes Tier entwickelt sich weiter gemäß den Lebenszyklen, die im Makrokosmos wirksam sind und die Evolutionsschritte der Tiere begleiten.
Gott, der All-Geist, ist Leben, und Leben ist beständige Evolution. Weil Gott die Unendlichkeit ist, deshalb gibt es keinen Stillstand, sondern fortwährende Evolution. Das besagt: Die Unendlichkeit ist unablässig in Bewegung, in unaufhörlicher Evolution.
Wenn hier von Tierverhalten die Rede ist, so ist dies die Darlegung der grundsätzlichen, natürlichen Gegebenheiten. Das vom Menschen noch unverbildete und noch nicht fehlprogrammierte Tier ist gemeint. Daß der Mensch - nicht nur direkt durch Dressur, Abrichtung, durch Kreuzungen und Züchtungen, sondern auch indirekt durch sein „Vorbild", durch sein gesamtes Verhalten, sein Fühlen, Empfinden, Denken, Reden und Handeln - energetisch auf die Tiere seit jeher eingewirkt und seine Negativprogramme dem Tier aufoktroyiert hat, darauf soll in diesem Zusammenhang nicht weiter eingegangen werden.
Wir Menschen nennen den Bewußtseinsstand der Tiere den Instinkt, der ihnen gewisse Grenzen auferlegt. Der Bewußtseinsstand der Tiere hat sich jedoch nicht durch falsches Verhalten entwickelt, wie es beim Menschen der Fall ist, sondern der Bewußtseinsstand eines Tieres ist der naturgemäße augenblickliche Evolutionsstand, der Evolutionsschritt dieser Lebensform.
Im Gegensatz dazu ist das negative Verhalten von uns Menschen gegen unser wahres Bewußtsein gerichtet und engt dieses immer mehr ein. Wir begrenzen uns selbst durch unser Habenwollen dessen, was wir als unser Eigentum bezeichnen, das jedoch Illusion ist. Diese unsere Illusion wird durch den Tod aufgehoben, denn wir können als Seele nichts Irdisches, weder Gut noch Geld und weitere Besitztümer, mitnehmen.
Unser Ego, das unsere kleine Welt ist, ist unser „Eigentum"; es hat viele Varianten.
Unser sogenanntes „Eigentum" kann z.B. Machtbesessenheit sein, Habgier, Brutalität, Herrschsucht, Lust an der Quälerei von Mensch und Tier. Jeder Mensch verhält sich gemäß dem, was in der Skala seiner menschlichen Anlagen liegt, in seinem Ego, das zu seinem Bewußtseinsstand wurde durch sein Denken und Verhalten. Das Tier hingegen lebt gemäß seinem Evolutionsstand, eben gemäß dem, was augenblicklich in seinem Bewußtsein aktiv ist. Das ist der momentane Evolutions- gleich Bewußtseinsstand des Tieres.

Der Mensch sollte das Bild Gottes sein: Liebe, Güte, Einheit, Wohlwollen und Freiheit. In diesem Bewußtsein wäre der Mensch eins mit Tieren und Pflanzen, mit den gesamten Naturreichen, auch mit den Elementarkräften, mit den Gestirnen, mit dem Kosmos, dem All - und mit sich selbst. Durch die egoistische Einstellung des Menschen wurde dieser in sich zwiespältig, abartig und unfrei. Sein widernatürliches, niedriges Verhalten versucht er den Tieren anzuheften. Das Tier jedoch ist frei, weil es „normal", entsprechend den Naturgesetzen, gleichsam sich selbst treu, lebt. Jedes Tier trägt bewußt die göttliche Freiheit in sich, die sich ihm Evolutionsstufe für Evolutionsstufe weiter erschließt. Der Makrokosmos leitet in vorgegebenen Zyklen den Mikrokosmos, das Tier, einerlei, welchen Bewußtseinsstand es hat. Deshalb fühlt sich das Tier frei.
Auch der Mensch trägt die kosmische Freiheit in sich. Diese ist jedoch abgedeckt durch die Enge des Egos, durch z.B. die Welt der im Äußeren verhafteten Sinne und durch sein krauses Gedankenlabyrinth, das so mancher als Intelligenz bezeichnet.

Die Liebe ist die höchste Quelle des Seins. Die Liebe, die der Schöpfergeist auch in die Tiere gelegt hat, erkennt man z.B. an der Mutterliebe der Säugetiere. Wie rücksichtsvoll und fürsorgend ist die Katze mit ihren Jungen, eine Löwenmutter, die, obwohl sie z.B. eine Gazelle jagt, ihren Mutterinstinkt, ihre Zärtlichkeit und Fürsorge ihren Kindern ganz entgegenbringt. Sie können auf ihrem Körper herumtollen, so viel und so lange sie wollen - sie hält still und freut sich an der Lebendigkeit ihrer Jungen. Auch eine Amsel zeigt ihre Muttergefühle sehr, sehr lange. Das Amselkind wird von ihr so lange ernährt, bis es seine Nahrung selbst zu finden vermag, und das ohne jegliche Einschränkung. Ich denke ebenfalls an die Treue der Tiere, wie die der Pferde, die sich hingeben, die ihr Leben opfern, um den Menschen kilometerweit zu tragen. Oder die Treue eines Hundes, der z.B. einen blinden Menschen führt oder einen Verschütteten zu retten versucht.

Sie könnten einwenden: Wir Menschen haben das die Tiere gelehrt. - Doch warum kann das gelingen? Warum können wir z.B. Hunde als Blindenhunde abrichten? Das ist nur möglich, weil diese Tiere und viele weitere instinktiv die Intelligenz besitzen, dem Menschen gerecht zu werden, also ihm zu dienen. Wer sich dessen bewußt wird, was Tiere alles für die Menschen tun, wie sie vielfach Opfer bringen, um den Menschen zu dienen und zu helfen, der müßte von Dankbarkeit erfüllt sein. Wer jedoch den Ansprüchen seines Egos verfallen ist, der benützt Menschen und Tiere ausschließlich für seine Zwecke. Ob er dann noch als das Bild Gottes bezeichnet werden kann, muß bezweifelt werden.

In jedem Tier, aber auch in jeder Pflanze ist die mächtige Schöpferkraft, Gott, der allgegenwärtige universelle ewige Geist, die All-Intelligenz. In dem Ausdruck eines Tieres, in der Schönheit einer Pflanze, in der Formgebung eines Steines oder in flüssigen Substanzen könnte der, der ein klein wenig Herz für die Natur hat, erahnen, daß die Erde ein Paradies sein könnte.
Zur Rechtfertigung der maßlosen Ausbeutung der Naturreiche wird oftmals das Schöpferwort zitiert: Macht euch die Erde untertan (Gen 1,28). Das Wort „untertan" heißt jedoch nicht, die Tiere zu quälen, die Wälder und Pflanzen zu vernichten und alles zu zerstören, wessen der Mensch habhaft wird. Mit dem Wort „untertan" ist das Gebot des Bewahrens der Naturreiche, ja der ganzen Erde gemeint. Uns ist geboten, die Tiere liebevoll zu behandeln und zu pflegen. Uns ist geboten, alle Lebensformen auf der Erde, ja die ganze Erde zu achten, zu schätzen und zu lieben, denn alles in allem ist das Werk des Allmächtigen, die Liebe zu Mensch, Tier, Pflanze und Stein, ja zur ganzen Erde.
Wer einmal ein Tier gepflegt hat, der spürt, daß er innerlich reicher und naturbewußter geworden ist. Wer jedoch Tierfleisch-Fabriken errichtet, also Schlachthöfe, oder diese billigt, was sich darin zeigt, daß er das Fleisch seiner Übernächsten verzehrt, dessen Bewußtsein wird immer enger, weil ein solcher Mensch im Inneren verarmt.

Die Tiere klagen:

Ihre Augen sind gebrochen vor Leid, Schmerz und Angst. Sie empfinden, wofür sie gehalten werden. Ihre Blicke klagen die Menschen an.

Warum tötet ihr uns? Warum kocht, bratet und zerlegt ihr unseren Leib? Hat der Schöpfer euch nicht die Kräuter und Früchte der Felder und Wälder gegeben? Was haben wir euch getan, daß ihr uns in Gefängnissen haltet und mit euren Abfallprodukten füttert?
Euer Herz ist gefühlsarm und unbarmherzig. Ein Stein beinhaltet das Leben; eure Herzen hingegen sind steinern. In eurer Brust schlägt nur ein Muskel für euch und für euer Wohl. Lernt Erbarmen, indem ihr euch an unsere Stelle versetzt. Wenn wir auch Tiere sind, so leben wir und empfinden, ähnlich wie ihr, denn Leben ist Fühlen, Empfinden und Wahrnehmen. Wir nehmen das Motiv eurer Tierhaltung wahr.

 

Der Prophet klagt an:

Der Mensch ist zu einem Rohling geworden, der herzlos alles niedermacht, niederreißt und einsperrt, was seiner herzlosen Raffgier dienlich sein könnte. Dabei vergißt er, daß auch er eines Tages im engsten und verunreinigten Raum oder gar im Gefängnis leben wird, denn was der Mensch sät, das wird er ernten. Das Vergehen an Tieren ist dem Vergehen an Menschen gleichzusetzen, denn Mensch und Tier haben denselben Atem, der das Leben ist, und das ist Gott. Das Halten von Nutztieren ist gleich mutwilliges Töten. Es ist Sünde wider das Leben, das Gott ist.

 

Das Tier klagt:

Warum dies alles? Warum quält ihr mich? Warum wollt ihr mich zum Hundekampf abrichten? Ich bin ein Geschöpf des Schöpfers, nicht ein Tier für eure Willkür, für eure Spiele. Mich schmerzt der ganze Leib, meine Muskeln und Knochen sind am Zerbersten - Schmerz, Schmerz überall. Warum dies alles - was habe ich euch getan?

 

Der Prophet klagt an:

Der Mensch, der mörderische Bulle, der sich einen „Bullterrier" gezüchtet hat, um ihn abzurichten, damit der übersättigte Sensationslüsterne sich am Hundekampf ergötzen kann. Die vielen traurigen Bilder symbolisieren samt und sonders die Hinrichtung des Menschen nach dem Gesetz von Saat und Ernte.
Jesus sagte: Was ihr getan hab einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan. Zu Seinen Geschwistern gehören nicht nur die Menschen, sondern auch alle Mitgeschöpfe, die Tiere, die Tiergeschwister, denn auch sie haben, wie der Mensch, von Gott das Leben empfangen. Was der Mensch seinen Mitmenschen und Tieren antut, das tut er Christus an.
Der Mensch greift in die Allmacht Gottes ein und quält die Tierwelt. Das bedeutet, daß all jene, die Tiere quälen, sie abrichten oder, wie das Hundegeschwister, das wir auf dem Foto sehen, auf einem Rollband laufen lassen, dasselbe oder Vergleichbares eines Tages am eigenen Leib erfahren werden.
Klagt nicht, ihr herzlosen, grausamen Tierquäler, wenn ihr eines Tages kilometerweit gejagt, gleichsam durch die Wüste gehetzt werdet, wenn euch ein Tier anfällt und zerfleischt, das ihr irgendwann zum Zerfleischen seiner Artgenossen abgerichtet habt. Klagt nicht, wenn eure Glieder schmerzen und euer Leib mit Wunden und Pusteln übersät ist. Klagt nicht, wenn eure Mitmenschen mit euch kein Erbarmen haben, da sie so sind, wie ihr euch gegen Tiere verhalten habt und verhaltet. Klagt auch Gott nicht an; ihr habt es verursacht; ihr leidet so, wie ihr Mensch und Tier habt leiden lassen.

 

Das Tier klagte,

bevor es zum mörderischen Military-Pferderennen gezwungen wurde. Ich habe nicht die Kraft, das durchzustehen, was ihr Menschen von mir verlangt. Ich habe nicht die Knochen und die Muskeln, die meinen Körper das durchhalten lassen!
Habt Erbarmen! Der Schöpfer aller Wesen hat uns Tiere euch anvertraut, damit ihr an uns die Liebe gebt, die der Schöpfer auch euch eingehaucht hat. Wo ist die erbarmende Liebe zu euren Mitgeschöpfen geblieben? Habt ihr Liebe und Erbarmen gegen Grausamkeit, Brutalität und Mord eingetauscht?
Ich gehe in den frühzeitigen Tod durch euer mörderisches Verhalten. Wie werdet ihr eines Tages enden, und wo werdet ihr eines Tages sein, wenn das Leben von euch, dem Menschen, gewichen ist?

 

Der Prophet klagt an:

Wo werden einst all jene sein, die auf solche Weise ein Tier zu Tode geritten haben? Wann und wie werden sie auf der Rennstrecke ihres Lebens ihrem Tod begegnen? Nach dem Gesetz von Ursache und Wirkung wird derjenige, der solche Ursachen gesetzt hat, das Leid dieser Tiere auch am eigenen Körper oder nach dem Leibestod am Seelenleib erleben müssen, denn all unser Tun, dem unser Denken und Wünschen vorausgeht, wird in unserer Seele und in unseren Körperzellen gespeichert.
Wundert euch nicht, ihr Mitmenschen, wenn euch, scheinbar aus unerklärlichen Gründen, die Wirbelsäule bricht. Wundert euch nicht, und klagt Gott nicht an, wenn ihr einen komplizierten Beinbruch erleidet, der nicht heilen möchte. Wundert euch nicht, wenn ihr als Seelen von eurer Wunschwelt gejagt werdet, so, wie ihr Tiere in den Tod geritten habt. Wundert euch nicht, wenn ihr als Mensch oder Seele die Schmerzen derer zu erleiden und zu erdulden habt, die ihr gequält, gejagt und mörderisch umgebracht habt, ob es Menschen oder Tiere waren. Wundert euch nicht, und klagt weder Gott noch Menschen und Tiere an - ihr selbst seid die Beklagten, denn in euren Körpern und in euren Seelen geht nur die Saat auf, die ihr selbst gesät habt.
Und solltet ihr nach der Gnade und Barmherzigkeit Gottes rufen, dann denkt an das Vaterunser, das ihr hin und wieder gebetet habt. Darin heißt es: ... und vergib uns unsere Schuld, wie wir vergeben unseren Schuldigern. Wenn der Mensch jedoch keine Vergebung erlangt, weil er seine Grausamkeiten nicht bereut, was wird ihm dann wohl zuteil? Nur das, was er gesät hat. Die Gnade und Barmherzigkeit Gottes kann nur der Mensch empfangen, der bereut und um Vergebung bittet und Gleiches und Ähnliches nicht mehr tut. Wer glaubt, er leide unschuldig, der bleibt in seinem Leid, auch nach seinem Tod, als Seele.

Tiere klagen:

Warum, warum diese grausamen Taten? Hat euch Menschen dies der Geist der Natur, der Schöpfergeist, gelehrt? Wir leiden unsagbare Qualen, denn wer will schon an den Marterpfahl und gar noch lebend an den Beinen aufgehängt werden?
Wann werden die Menschen begreifen, daß wir fühlen und aufgrund dessen leiden? Ihr sprecht uns nur den Instinkt zu. Der Instinkt gehört jedoch auch zur Wahrnehmung. Wir nehmen wahr, was ihr uns antut, und wer oder was auf uns zukommt. Nicht ohne zu wissen, warum, fliehen wir vor den Menschen. Wir nehmen instinktiv wahr, wer der Mensch ist und was so mancher vorhat.

 

Der Prophet klagt an:

Diese Puten werden lebend an den Beinen aufgehängt. Werte Mitmenschen, um zu erproben, wie wohl diesen euren Mitgeschöpfen zumute sein mag, hängt euch an den Beinen am Gebälk eures Dachbodens auf. Bis zum Eintritt der Bewußtlosigkeit könnt ihr wahrnehmen, wie es euch ergeht und was ihr empfindet. Wenn ihr dann noch Fleisch von Puten oder anderem Geflügel verzehren wollt, dann bezeichnet euch nicht mehr als Mensch, sondern als abartiges zweibeiniges Raubtier.
Nun könnte so mancher den Einwand bringen, die Menschen seien das Bild Gottes und keine zweibeinigen, abartigen Raubtiere. Eine der möglichen Antworten könnte sein: Viele dieser „Bilder Gottes" haben sich dem Bösen verschrieben, der nichts anderes im Sinn hat, als Gottes Geschöpfe zu quälen, zu töten, Tiere und Pflanzen durch Kreuzungen zu verändern. Das sogenannte Bild Gottes, der Mensch, ließ es zu, sich vom Bösen verändern zu lassen, bis aus dem Bild Gottes das Bild des Bösen wurde, vor dem die Tiere fliehen und sich die Pflanzenwelt abkehrt.
Auf die Dauer wird das Böse nicht siegen, weil der Kern des Guten bleibt, auch im Bösen. Das Gute wird das Böse überwinden, und sei es erst dann, wenn der Mensch viele Erdenleben seine böse Saat gekostet, gleichsam durchwatet hat, bis er erkennt, er soll zum Ebenbild Gottes werden, das er tief in seiner Seele, in seinem Seelengrund, ist. Wer sich bewußt wird, daß er das Bild Gottes ist, der beginnt auch Tiere, Pflanzen und Mineralien zu lieben; dann atmet die Erde auf.

 

Tiere klagen:

Ich bin keine dumme Gans, was man mir auch nachsagen mag.
Der Geist der Natur stattete mich mit Intelligenz aus. Instinktiv nehme ich wahr, was mir widerfährt. Vielfach wird meine Art nur „gehalten", um hingeschlachtet zu werden für den Futtertrog der Menschen. Wir Tiere fragen, und das immer wieder: Warum quält ihr Menschen eure Mitgeschöpfe? Hat das Böse in allen Herzen der Menschen Einzug gehalten? Wir Tiere wollen ebenso unser Leben leben wie jeder Mensch auch.
Ihr Menschen empfangt von der Natur viele Gaben, und das das ganze Jahr über. Warum müßt ihr uns Gänse mästen, um unsere Leber als Leberpastete zu verzehren?
Die Grausamkeit der Menschen ist unser Los. Wir fürchten nicht den Tod, wenn unser Leben erfüllt ist und sich einem weiteren Dasein zuneigt. Unser Schrecken ist es, gleichmütig und kalt umgebracht zu werden von unseren Mitgeschöpfen, den Menschen, welche doch die Erde bewahren und alles, was sie trägt, lieben sollen. Wir Tiere, eure Mitgeschöpfe, möchten euch als Freunde, gleichsam als Geschwister, begegnen. Und ihr? Wir haben euch nichts getan. Warum tut ihr uns das an?

 

Der Prophet klagt an:

Die Tiere haben den Menschen nichts zuleide getan. Warum tun die Menschen den Tieren so viel unsagbares Leid an? Die Masse der Menschen hat keine Vorbilder mehr. Die kirchlichen Würdenträger, welche den Menschen in Ethik und Moral Vorbilder sein sollen, wurden ruchlos und glitten auf der Rutschbahn des Egos ab. Z.B. am Weihnachtsfest segnen sie mit der Gänseleber im Bauch ihre Gläubigen. Sie sprechen wohl vom Maßhalten mit der Tierhaltung, mit der Tierschlachtung, doch jedes Maß ist schon zu viel, denn wenn ein Tier leidet, dann kann man nicht mehr vom Maßhalten sprechen. Wer will das „Maß", das leidende Tier, vor seinem Schöpfer rechtfertigen? Der Würdenträger oder die „Bücher Mose"?

Das ist der grausame Mensch

Das ist der grausame Mensch, das sind wir, und das wird das Leid der Menschen sein, bis sie gelernt haben, die Natur nicht nur für sich persönlich „gern zu haben" - wie es der Katholizismus vorschreibt -, sondern wahrhaft zu lieben.
Die Worte „gern haben" stehen im krassen Widerspruch zur Gottesliebe, welche die Nächstenliebe ist. „Gern haben" heißt, Unterschiede zu machen zwischen dem einen und dem anderen. „Gern haben" kann auch heißen, den Übernächsten, das Tier, als minderwertig zu betrachten. Strebt der Mensch, der das Bild Gottes sein soll, nicht nach der Gottes- und Nächstenliebe, dann wird das Minderwertige, z.B. das Tier, das man nur „gern haben" soll, geprügelt, gequält und getötet ... "Ich habe Schweine gern, denn ich esse gerne Schweinebraten." Oder: "Gern reiße ich einem gebratenen Hähnchen den Schenkel aus, weil ich diesen gern esse."

Die Gottesliebe, die nichts für sich selbst will, sondern den Nächsten und den Übernächsten im Herzen trägt als einen Teil von sich selbst, ist das Gebot des wahren Lebens, ohne Schmerz, ohne Leid, ohne geistigen Tod.

 

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